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Geschichte

Das Theresianum blickt auf eine lange und vielgestaltige Geschichte zurück, die seit der Mitte des 18. Jahrhunderts von tiefgreifenden politischen, gesellschaftlichen und pädagogischen Veränderungen geprägt ist. Seit seiner Gründung als Bildungsanstalt im Jahr 1746 bewahrte sich die Schule trotz mehrfacher Umbrüche, Reformen und Neuorientierungen stets einen eigenständigen Charakter, der von einem besonderen Zusammenspiel aus Tradition und Offenheit für Innovation getragen wird. Diese Verbindung verleiht dem Theresianum bis heute eine besondere Stellung in der österreichischen Bildungslandschaft, geprägt durch ein historisch gewachsenes Fremdsprachenprofil und die ganztägige Organisationsform, die seit vielen Jahren ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. 

Bronzestatue einer Kaiserin mit einem Buben davor zur Kaiserin hochblickend vor einem Gemäldehintergrund.

In jüngerer Zeit setzte die Schule wichtige neue Akzente, die den aktuellen Bildungsanforderungen Rechnung tragen und die traditionsreiche Entwicklung konsequent fortschreiben. Ein wesentlicher Meilenstein war die Erlangung der Schulautonomie, die es ermöglichte, das Angebot eigenständig weiterzuentwickeln und pädagogische Schwerpunkte zielgerichtet auszubauen. Auf dieser Grundlage wurde ab dem Schuljahr 2022/23 der naturwissenschaftliche Schwerpunkt eingeführt, der eine moderne Antwort auf die zunehmende Bedeutung naturwissenschaftlicher und technischer Kompetenzen darstellt.

So spannt die Geschichte des Theresianums bis heute einen weiten Bogen: von einer Bildungsinstitution mit höfischem Ursprung hin zu einer innovativen Schule, die sich ihrer Tradition verpflichtet weiß, weit über die Grenzen Österreichs für ihre Qualität bekannt ist und gleichzeitig die Zukunft ihrer Schülerinnen und Schüler aktiv gestaltet.

Bildung im Auftrag der Kaiserin

Als Maria Theresia im Oktober 1740 die Herrschaft über die Habsburgischen Erblande antrat, war das Bildungswesen noch wenig geregelt. Der Adel schickte seine Söhne gewöhnlich ins Ausland, um dort eine standesgemäße Ausbildung zu erhalten und das Angebot im Erzherzogtum Österreich selbst war uneinheitlich und unzureichend. Im Zuge der Österreichischen Erbfolgekriege erkannte die junge Herrscherin die Notwendigkeit eines gut funktionierenden Verwaltungsapparats in ihrem vielsprachigen Reich. Sie machte es sich daher zur Aufgabe Reformen im Verwaltungswesen einzuleiten und gründete zu diesem Zweck eine Reihe zeitgemäßer Bildungseinrichtungen, die den Nachwuchs gezielt für den Staatsdienst, das Militärwesen und die Diplomatie heranbilden sollten.

Eine besondere Rolle spielte dabei die ehemalige kaiserliche Sommerresidenz Favorita, welche Maria Theresia als Kind in den warmen Monaten selbst bewohnt hatte und die nach dem Tod ihres Vaters Kaiser Karl VI. 1740 ihren ursprünglichen Zweck verloren hatte. Das nun als Theaterdepot und Militärkaserne genutzte Gebäude fand 1743 ein starkes Interesse bei den Jesuiten, welche ein neues Seminarium nobilium in dem ehemaligen Schloss zu gründen dachten. Doch ihr erster Entwurf des vorgelegten Lehrplans stieß zunächst auf Ablehnung, da er nicht den modernen Wünschen der Herrscherin entsprach, sondern an die Ausbildung eines regulären Jesuitenkonvikts erinnerte. Ein weiterer überarbeiteter Lehrplan fand die Zustimmung der Hofkommission, sodass am 24. Februar 1746 schließlich ein Kaufvertrag abgeschlossen werden konnte. Die Jesuiten erhielten das Hofgebäude samt der an die Favorita anstoßenden Wohnungen der Hofgeistlichen sowie östlich der Straße liegenden Gründen, Gärten, Weingärten und Allee mit der Bestimmung ein adeliges Kolleg einzurichten.

Am 1. November 1746 begann das erste Schuljahr des neugegründeten Collegium Nobilium Theresianum Societatis Jesu, kurz Theresianum. Der bereits festgelegte Lehrplan orientierte sich in weiten Teilen an die Studienordnung Ratio studiorum des Jesuitenordens, sollte allerdings von Anbeginn einen universelleren, semiuniversitären Charakter anstreben. Die Ausbildung gliederte sich in das niedere (Grammatik- und Humanitätsklassen) und höhere Studium (philosophische und juridische Kurse), ergänzt durch die adeligen Exerzitien Reiten, Tanzen und Fechten und das Erlernen moderner Fremdsprachen. Zugelassen wurden nur Söhne aus adeligen katholischen Familien, welche für eine zukünftige Beamtenlaufbahn im Dienste der Krone herangezogen werden sollten.

Die unmittelbare Leitung des adeligen Kollegs übertrug Maria Theresia auf den Rektor P. Ludwig Debiel (1746-1748), der für die oberste Leitung des Unterrichts und Erziehung stand. Die Oberaufsicht über die Studienangelegenheiten überließ Maria Theresia ab Neujahr 1747 ihrem Oberstkämmerer Johann Josef von Khevenhüller-Metsch (1747-1754), der als Kurator die Verbindung zwischen Lehranstalt und Hof aufrechthalten und durch regelmäßige Besuche die Intentionen der Herrscherin überwachen sollte. Der Lehr- und Erziehungskörper stammte in den Grammatik- Humanitätsklassen und philosophischen Studien aus dem Jesuitenorden, und bestand aus erfahrenen Professoren aus der gesamten Monarchie. Die juridischen Studien bildeten seit 1747 eine Ausnahme und wurden von zwei weltlichen Professoren gelehrt.

Am 30. Dezember 1749 wurde der erste Stiftsbrief erstellt, wodurch das Collegium Theresianum von einer bislang nur unterstützten Jesuitenanstalt in eine kaiserliche Erziehungsanstalt umgewandelt wurde. In der Urkunde wurde die Finanzierung des Lehrpersonals sowie die Einrichtung von 10 Maria-Theresia-Stiftsplätzen für katholische adelige Zöglinge festgelegt.

Am 30. Oktober 1751 wurde ein zweiter Stiftsbrief angefertigt, welcher die formelle Begründung des Theresianums abschloss. Die vorhandenen Bestimmungen und Verpflichtungen wurden bestätigt und die Finanzierung sollte durch die Inkorporierung geistlicher Fundationen der Güter der Probstei Zwettl, Pfarre Eggenburg, Pfarre Groß-Rußbach und ungarischen Abtei Battászek erfolgen. Die Maria-Theresia-Stiftung erhielt zudem eine Ergänzung hinsichtlich der Verteilung der Stiftsplätze, indem von den 10 Stiftlingen immer 5 ungarischer Nation sein sollten. Seitdem sollte sich die adelige Erziehungsanstalt aus den Erträgnissen der Stiftsgüter und Schulgeldern der Zahlzöglinge finanzieren.

Die Zöglinge waren in Kameraten eingeteilt, die aus etwa 10-12 gleichaltrigen Knaben bestanden und unter der Aufsicht eines Präfekten (Erziehers) standen. Jede Kamerate hatte ihren eigenen Diener, saß beieinander im Speisesaal, verbrachte ihre Zeit gemeinsam im Garten oder bei Spaziergängen und blieb zusammen in einer Klasse, soweit es der Lehrplan ermöglichte. Auf Wunsch der Eltern konnten einige Söhne von Fürsten und k. k. Ministern mit besonderer Erlaubnis der Monarchin von der Kamerate getrennt aufwachsen und für eine höhere Zahlung in einer eigenen Wohnung und von einem eigenen Präfekten erzogen werden.

Der Unterricht dauerte von Montag bis Samstag, aber auch an Sonn- und Feiertagen hatten die Zöglinge einen geregelten Tagesablauf. Das niedere Studium umfasste zum einen die Gymnasialstufe, welche aus drei Grammatik- und zwei Humanitätsklassen bestand. Ergänzend erhielten die Zöglinge Tanzunterricht, durften eine Fremdsprache lernen sowie Partikulargegenstände besuchen, darunter Geschichte, Geographie, deutsche Orthographie, Briefstil und Rechenkunst. Das höhere Studium war auf zwei Jahre philosophisches und drei Jahre juridisches Studium festgelegt und strebte eine akademische Ausbildung an. Die Hörer dieser Jahrgänge sollten neben den jeweiligen Pflichtgegenständen zusätzlich Unterricht in den adeligen Übungen Reiten und Fechten sowie den Nebenfächern Genealogie, Geographie und Geschichte des Vaterlandes erhalten. Somit fanden sich am Collegium Theresianum im Durchschnitt Zöglinge zwischen dem 8 bis 20 Lebensalter.

Das Theresianum war von Anbeginn eine Erziehungsanstalt, an der die Zöglinge fast das gesamte Jahr über verweilten. Der laut dem Studienentwurf vorgesehene Unterricht konnte zu Beginn nicht vollständig ausgeführt werden, da die Erziehungsanstalt noch nicht vollständig ausgestattet war und das Gebäude erst umgebaut werden musste. Daher erfolgte der Unterricht zwischen 1746 bis 1754 überwiegend in den Kameraten.

Die staatlichen Behörden führten in den frühen 50er Jahren des 18. Jahrhunderts Reformen des Unterrichtswesens durch. Im Jahr 1753 wurde ein neuer Lehrplan für die niederen Klassen und Humaniora eingeführt. Das Ziel bestand darin, den Gebrauch der deutschen Sprache in den Vordergrund zu stellen sowie das Erlernen moderner Fremdsprachen zu fördern. Die zumeist mit geistlichen Lehrern vertretenen Stellen sollten künftig auch von weltlichen Lehrern besetzt werden. Zudem sollten weitere Fächer wie deutsche Sprache, Arithmetik und Griechisch unterrichtet werden.

Trotz der verheißungsvollen Lehrpläne, unterstützt durch die großzügigen Stiftungen, erzielte das Kolleg nicht das erhoffte Bildungsniveau. Insbesondere das juridische Studium und die adeligen Exerzitien wurden nicht in dem Ausmaß unterrichtet, wie es der Studienplan vorsah. Hinzu kam die schlechte finanzielle Situation der verschuldeten Jesuiten. Daher übertrug die Monarchin am 10. August 1754 die gesamte Administration der Lehranstalt und die adeligen Exerzitien der Zuständigkeit des Staates (Directorium in publicis et cameralibus). Der Kurator Johann Josef von Khevenhüller-Metsch (1747-1754) schied auf eigenes Ansuchen im selben Jahr. Dem Rektor wurde die Aufsicht über die Reitschule genommen und die jüngeren Zöglinge sollten künftig von den erwachsenen getrennt ausgebildet werden.

Für die juristischen und politischen Studien gründete Maria Theresia im Jahr 1755 eine Ritterakademie, die von einer weltlichen Direktion verwaltet wurde. Die Theresianische Ritterakademie wurde in dem verlängerten nördlichen Straßentrakt untergebracht und erhielt die Reitschule und einen Teil des Gartens zur Verfügung. Für den Unterricht kamen Universitätsprofessoren auf, während die Erziehung weltliche Hofmeister ausübten. Die Anstalt war weiterhin nur dem Adel bestimmt, es wurden allerdings auch Söhne einer anderen Konfession als der katholischen zugelassen. Die Jesuiten behielten die Leitung der niederen und philosophischen Studien und oblagen im Gegenteil der Oberaufsicht des Erzbischofs von Wien, Johann Josef von Trautson (1755-1757). Ihnen wurde der ältere südliche Trakt zugewiesen.

Am 1. November 1755 wurde die königliche Theresianische Ritterakademie eröffnet. Trotz des anfänglich hohen Andrangs bestand sie nur wenige Jahre, da nach dem Ausbruch des Siebenjährigen Kriegs die Zahl der Zöglinge abnahm und die Erhaltungskosten sehr hoch waren. Aus diesem Grund löste die Stifterin am 13. November 1758 die Ritterakademie auf und bestimmte die Fundatisten und Zahlzöglinge an die k. k. Savoyische Ritterakademie, um diese Anstalt zu sichern. Das leerstehende Gebäude schenkte sie Erzbischof Graf Christoph Migazzi.

Da das Theresianische Kolleg ohne einer Reitschule und einer Juristenabteilung auf eine Partikularschule degradiert worden war, bemühten sich schon bald die Jesuiten, das Akademiegebäude mit der Reitschule und dem Gartenstück zurückzuerwerben, um eine eigene Juristenabteilung zu gründen. In ihrem vorgelegten Lehrplan sollten die wesentlichen Punkte der ehemaligen Ritterakademie beibehalten werden – es sollte eine strikte Trennung der Juristen von den anderen Zöglingen geben und es sollten weltliche Universitätsprofessoren für die Studien aufgenommen werden. Ab dem Schuljahr 1759 wurde die zugelassene juridische Abtheilung im Rahmen einer eigenen Ritterschule eröffnet, unter der Bedingung, dass nur Zöglinge aus dem Collegium Theresianum und nicht von auswärts aufgenommen werden dürfen, damit sie der k. k. Savoyischen Ritterakademie nicht konkurrierten.

Die nächsten zwei Jahrzehnte zeichneten sich durch Schulreformen und eine innere Umgestaltung des Theresianums aus. Mit der Gründung der Studienhofkommission (eine Vorform des Unterrichtsministeriums) im Jahre 1760, wurden in erster Linie neue Wege für die Neugestaltung und Vereinheitlichung des österreichischen Schulwesens geschaffen, was in den nächsten zwei Jahrzehnten zu einer Reihe von Normen und Verordnungen führte. Die deutsche Sprache nahm eine immer wichtigere Rolle ein und wurde auch als Unterrichtssprache zugelassen. Dem damaligen Rektor des Collegium Theresianum P. Heinrich Kerens (1761-1766), der seit 1755 am Theresianum als Professor der Philosophie und des Naturrechts wirkte und als einer der gelehrtesten Juristen seiner Zeit galt, gelang es mithilfe seiner wissenschaftlichen Erfahrungen und pädagogischen Kenntnisse das Theresianum zu einem Musterinstitut zu erheben. Sein 1764 neu eingeführter Lehrplan für das höhere Studium bietet einen Einblick in die damaligen Unterrichtfächer, unter denen mehrere neu eingeführt worden sind - Philosophie, Metaphysik, deutsche Rechtsgeschichte, Weltgeschichte, Mathematik, theoretische und Experimentalphysik, Botanik und Landwirtschaftslehre, deutsche Sprache, Wohlredenheit, schöne Wissenschaften, architektonisches Zeichnen, Zivil- und Militärbaukunst, Numismatik, Bibliographie. Im Jahr 1766 wurden zudem politische Wissenschaften und ein Teil der Kameralistik eingeführt. Für das Ausüben der Gegenstände gelang es ihm hervorragende Lehrkräfte zu gewinnen.

Obwohl das Theresianum im Vergleich zu anderen Schulen besser aufgestellt war, äußerten sich die höheren Behörden des Staates Ende der 1760er/ Anfang der 1770er Jahre immer kritischer gegenüber den Jesuitenanstalten. Sie bemängelten die fehlenden praktischen Gegenstände, insbesondere Realien, das bloße Auswendiglernen des Lernstoffs, die oftmals unzureichende Ausbildung der Patres und befürworteten die staatliche Aufsicht über den Unterricht. Viele dieser Vorwürfe trafen auf das Theresianum zwar nicht zu, dennoch war das niedere Studium nicht so fortgeschritten und erweitert, wie das höhere. In anderen Königreichen war die Missbilligung gegenüber dem Jesuitenorden stark ausgeprägt, sodass Papst Clemens XIV. die Societät Jesu auf Druck des spanischen, portugiesischen und französischen Königs im Jahr 1773 aufhob.

Das Gebäude des Collegium Regium Theresianum Societatis Jesu wurde als Hofgebäude erklärt und das Theresianum bestand folglich unter der Bezeichnung k. k. Theresianische Ritterakademie fort. Die Leitung übertrug Maria Theresia der Hofkommission und das gesamte Personal stellte sie unter die Hofjurisdiktion des k. k. Oberst-Hofgerichts. Da im österreichischen Bildungswesen kaum weltliche oder aus anderen Orden stammende Mittelschullehrer flächendeckend verfügbar waren, blieb es eine gängige Praxis, dass ehemalige Jesuiten, die nun als Weltpriester tätig waren, weiterhin als Lehrer wirkten. Dies traf auch auf das Theresianum zu, an dem vor der Aufhebung nahezu 60 Jesuitenpatres arbeiteten. Eine Veränderung ergab sich in der Ernennung der Lehrer und Erzieher: diese wurde dem Einfluss der Eltern entzogen und lag nun der freien Entscheidung der Akademie. Bei den Zöglingen wurde eine Gleichförmigkeit was die Einrichtung, die Wohnung und Speisen betrifft eingeführt, um die Zusammengehörigkeit zu fördern und Überhebung zu beseitigen.

Der Unterricht der niederen Studien wurde auf staatliches Bestreben reformiert und das Theresianum orientierte sich ab dem Schuljahr 1775/76 an dem neuen Schulplan für Normal- Haupt- und Trivialschulen. Die Umsetzung des Lehrplans sollte durch monatliche Inspektionen verfolgt werden. Die Anzahl der Gymnasialklassen bestand nunmehr aus fünf Jahrgängen, das philosophische Studium aus zwei und das juridische Studium wurde auf vier erhöht. Anstelle des Fachlehrersystems wurde erneut das Klassenlehrerprinzip eingeführt. Die Gegenstände erfuhren eine Erweiterung oder Vertiefung. Das Sprechen von Latein unter den Zöglingen in der Freizeit wurde 1776 abgeschafft. Einen entscheidenden Einfluss auf die Durchführung der Reformen spielte auch der Reformer des neuen Schulplans, der Piarist P. Gratian Marx, der seit 1776 das Rektorat der k. k. Theresianischen Ritterakademie erhielt. Mit seinem Antritt traten auch acht weitere Piaristen an die k. k. Theresianische Akademie ein, die einen größeren Fokus auf die Realien legten.

1776 wurde die k. k. Theresianische und k. k. Savoyische Ritterakademie unter die gemeinsame Oberdirektion eines Kurators gestellt, die Leitung und Administration der beiden Anstalten blieb vorerst noch separat. In diesem Zusammenhang wurde das juridische Studium an der k. k. Theresianischen Akademie aufgelöst und die juridische Ausbildung auf die k. k. Savoyische Akademie konzentriert. 1778 kam es schließlich zur Union der beiden Akademien – die k. k. Savoyische Akademie wurde in das Gebäude der ehemaligen Theresianischen Juristenabteilung verlegt. Das Theresianum behielt die Gymnasialklassen und philosophischen Studien, nach Vollendung derer die Zöglinge an die Savoyische übertreten konnten. Auf diese Weise wurde die k. k. Theresianisch-Savoyische Ritterakademie geschaffen, wobei die Selbstständigkeit der Savoyischen Ritterakademie von Maria Theresia persönlich zugesichert wurde. Die Zusammenlegung der beiden Akademien war nicht pädagogisch motiviert, sondern erfolgte aus wirtschaftlichen Gründen.

Trotz der Zusammenlegung der beiden Ritterakademien trat keine Verbesserung in den gewünschten ökonomischen Verhältnisse ein. Nach dem Tod der Stifterin Maria Theresias 1780 unternahm ihr Sohn Kaiser Joseph II. einen letzten Versuch, die wirtschaftliche Lage der Akademie zu verbessern, indem er die Brünner Akademie 1782 mit dem Theresianum vereinigte und dadurch zusätzliche Stiftungsgüter erwarb. Doch selbst dieser Schritt erzielte nicht die gewünschte Wirkung. Auf Rat des Präses der Studienhofkommission, Gottfried Freiherrn van Swieten, sollte der Unterricht staatlich reguliert und allen sozialen Schichten öffentlich zugänglich gemacht werden und die Erziehung der Jugend von Zuhause aus erfolgen. Vor diesem Hintergrund erschienen privilegierte adelige Erziehungsanstalten nicht nur als kostspielig, sondern widersprachen auch dem utilitaristischen Bildungsverständnis der josephinischen Reformen. Daher fasste Kaiser Joseph II. den Entschluss, die k. k. Theresianisch-Savoyische Ritterakademie sowie weitere adelige Erziehungsanstalten aufzuheben und durch die Ersparung der Erhaltungskosten der Anstalt eine größere Anzahl an Stiftsplätzen zu gewinnen. Am 20. November 1783 wurde die Verfassung der k. k. Theresianisch-Savoyische Akademie aufgehoben, im Sommer des folgenden Jahres 1784 wurde das akademische Hauswesen vollständig aufgelöst und das Gebäude der k. k. Ingenieurakademie übergeben.

Durch die gewonnenen Handstipendien wurden nach strengsten Auswahlkriterien Plätze für neue Stiftlinge geschaffen. Die Eltern sollten für Wohnung, Kost und Kleidung aufkommen, der Unterricht wurde im ehemaligen Barbarastift erteilt, wo eine eigene Normalschule und darauffolgendes Gymnasium eingerichtet und ein Tanz- und Fechtmeister angestellt wurde. Die Theresianische Reitschule wurde der Hofreitschule einverleibt und die Stiftlinge waren verpflichtet, auch diese Exerzitien regelmäßig auszuüben. Ferner wurde ihnen die Hofbibliothek, das Hof-Naturalienkabinett und Münzkabinett (in dessen Bestand auch Teile der ehemaligen Sammlungen des Theresianischen Naturalienkabinetts und Münzkabinetts überging) und der botanische Garten zur Mitbenutzung gestellt. Ältere Stiftlinge sollten die philosophischen und juristischen Studien an der naheliegenden Universität besuchen. Eine Neuheit unter den Aufnahmekriterien bildete auch die Tatsache, dass die Stiftlinge nicht der Adelsschicht entstammen mussten, sondern aufgrund ihres Talents und Leistungen ausgewählt wurden. Zudem konnten sie das theresianische Handstipendium auch an anderen Lehranstalten in den Provinzen des Kaiserreichs beziehen, sofern sie die Aufnahmebedingungen erfüllten und ein jährliches Zeugnis einreichten.

Mit Kaiser Leopold II. wurde die Reaktivierung der Anstalt in ihrer ursprünglichen Verfassung wie vor der josephinischer Zeit eingeleitet. Die Stiftlinge der Normal- und Gymnasialklassen wurden an das Löwenburgische Konvikt übersiedelt und strikt von den dortigen Zöglingen getrennt. Es wurden erneut Zahlzöglinge zugelassen, die etwa die Hälfte der Theresianisten ausmachten. Nach diesen getroffenen Vorkehrungen wurde die k. k. Theresianisch-Leopoldinische Akademie im Löwenburgischen Konvikt geschaffen. Im Gebäude des Theresianums selbst verweilte derweilen noch sieben Jahre die k. k. Ingenieurakademie.

Der Rektor des Löwenburgischen Konvikts sah den Anlass, unter dessen Oberleitung auch die k. k. Theresianisch-Leopoldinische Akademie stand, sein Konvikt zu erweitern und machte den Vorschlag, auch die Stiftlinge des philosophischen Studiums zu übernehmen und sie indessen im St. Barbarastift getrennt voneinander unterzubringen und von eigenen Professoren unterrichten zu lassen. Kaiser Leopold II. verstarb jedoch im Februar 1792 und sein Sohn Franz II. schlug einen radikaleren Ton ein. Der Unterricht der höheren Stiftlinge der ehemaligen k. k. Theresianisch-Savoyischen Akademie am St. Barbarastift wurde auf adelige Exerzitien und lebende Sprachen reduziert. Gleichzeitig verschlechterten sich die Erziehung und Verwaltung der k. k. Theresianisch-Leopoldinischen Akademie in den beiden räumlich getrennten Erziehungshäusern erheblich. Berichten zufolge wirkte sich dies insbesondere nachteilig auf den sittlichen und seelischen Zustand der Zöglinge sowie auf den wissenschaftlichen Fortschritt des Unterrichts aus.

Um die schlechte Wendung der einst glorreichen Erziehungsanstalt wieder herzurichten, beauftragte Kaiser Franz II. den ehemaligen Zögling, den n. ö. Regierungspräsidenten Franz Josef von Saurau mit zwei weiteren Regierungsräten einen Plan auszuarbeiten, um wieder Ordnung und eine entsprechende neue Verfassung der k. k. Theresianisch-Savoyischen und k. k. Theresianisch-Leopoldinische Akademie herzustellen. Das Resultat war die einstimmige Meinung, eine einheitliche adelige Akademie in ihrer ursprünglichen Verfassung aus Zeiten Maria Theresias wiederherzustellen und auf die besondere Bitte des Grafen Saurau in das ehemalige Gebäude der Favorita zu platzieren. Kaiser Franz II. bewilligte diesen Wunsch, und binnen weniger Monate musste das Gebäude geräumt und den Anforderungen entsprechend eingerichtet werden.

Zu diesem Zwecke wurden über die nächsten Jahre neue Klassenzimmer, Säle für Konversation und Feierlichkeiten, Säle für wissenschaftliche Apparate, Kameraten, Wohnzimmer, Museen und Kabinette, die Hauskirche, die Reitschule, der botanischer Garten und die Bibliothek gebaut oder neu eingerichtet und ausgestattet. Am 1. Dezember 1797 begann bereits der Unterricht, eine feierliche Eröffnung folgte am 11. Dezember desselben Jahres in Anwesenheit der Brüder des Kaisers, den Staatsministern, Prälaten und weiteren Persönlichkeiten.

Unter Kurator Josef Thadäus Freiherrn von Sumerau (1801-1817) wurde die Entwicklung des Theresianums maßgeblich von den konservativen Leitlinien Kaiser Franz II. geprägt. Vor dem Hintergrund der Folgen der Französischen Revolution wurde besonderer Wert auf die sittliche Erziehung, die Förderung der Loyalität gegenüber der Dynastie und dem Vaterland sowie auf eine fundierte wissenschaftliche Bildung gelegt. Diese Zielsetzungen führten zu Anpassungen im Unterricht und in der Erziehung, die 1802 in neuen Instruktionen für die Präfekten sowie in Statuten für die Zöglinge festgehalten wurden. Die weiterhin heterogene Zusammensetzung des Lehr- und Erziehungspersonals führte jedoch zu pädagogischen Uneinheitlichkeiten. Ein neuer Organisationsplan von 1804 übertrug daher die pädagogische Leitung an die Piaristen der böhmisch-mährischen Provinz. Im Oktober trafen der neue Rektor Hermengild Großmann (1804-1806) sowie 29 Lehrer aus dem Piaristenorden ein. Im November 1804 wurden alle Privatpräfekten entlassen, lediglich die dem Piaristenorden angehörenden Präfekten blieben im Amt. Für die ungarischen Zöglinge wurden zusätzlich Piaristen der ungarischen Provinz zur Unterstützung herangezogen.

In der Anfangsperiode der Piaristenzeit wurde der bis dahin geltende Lehrplan von der Studienrevisionskommission ergänzt. Dieser führte 1805 das Fachlehrersystem ein und zielte auf vertiefte Sachkenntnisse sowie eine höhere fachliche Qualifikation der Lehrer ab, ohne dabei den Anspruch einer umfassenden Bildung aufzugeben. Für die monatlichen und halbjährlichen Prüfungen der höheren Studien wurden Staatsräte als kaiserliche Kommissäre bestimmt.

Das "juridisch-politische Studium" wurde 1810 in einem vierjährigen Kurs neu geregelt. Neben dem Gymnasium und den philosophischen und juristischen Jahrgängen bestanden ergänzend Vorbereitungsklasse, da mehrere Zöglinge aus verschiedenen Provinzen stammten und ein unterschiedliches Sprachniveau und Lerninhalte mitbrachten. 1819 trat eine Ergänzung hinsichtlich des Lehrplans aller österreichischen Gymnasien ein, infolgedessen das Gymnasium auf sechs Jahre verlängert wurde und das Klassenlehrersystem zurückkehrte. Die klassischen Sprachen wurden erneut akzentuiert, während naturkundliche Inhalte reduziert wurden.

Eine besondere Blüte erlebte das Theresianum unter Kurator Ludwig Graf Taaffe (1834-1855), der bald nach Beginn seiner Amtszeit eine Schwimmschule errichten ließ und zahlreiche Maßnahmen für die Förderung des Turnunterrichts einleitete. Die k. k. Theresianische Ritterakademie zählte somit zur ersten zivilen Erziehungsanstalt in Österreich, in welcher der Turnunterricht eingeführt wurde, und das sowohl im Freien als auch in einem eigenen Turnsaal. Graf Taaffe widmete eine besondere Aufmerksamkeit der Verbesserung des Sprach- und Rechtsstudiums: für das juristische Studium wurden weltliche Juristenpräfekte sowie ein französischer Sprachmeister angestellt. Große Sorgfalt widmete er der Förderung der ungarischen Sprache und Literatur sowie dem ungarischen Rechtsstudium – er erhob diese Fächer von provisorischen zu Hauptgegenständen und ermöglichte auch Zöglingen nicht ungarischer Nation am Studium des ungarischen Rechts teilzunehmen.

Im Zuge der politischen Umbrüche der Jahre 1848/49 geriet auch die k. k. Theresianische Ritterakademie in den Fokus staatlicher Reformbestrebungen. Das Unterrichtsministerium beabsichtigte zunächst, die Anstalt gänzlich aufzuheben, doch anstelle einer endgültigen Schließung gelang es dem Kurator Taaffe die Weiterführung der Anstalt zu sichern, wenngleich unter veränderten Bedingungen. Den Piaristen wurde die Leitung der Anstalt entzogen, das Privileg einer adeligen Erziehungsanstalt abgeschafft und die Zulassung von bürgerlichen Söhnen und externen Zöglingen eingeführt. Die Gymnasialreform von 1849 hatte zur Folge, dass die k. k. Theresianische Ritterakademie in ein Gymnasium transformiert wurde und sich nach dem 1849 veröffentlichten Lehrplan „Entwurf der Organisation der Gymnasien und Realschulen in Österreich“ richtete. Eine Ausnahme bildeten ausländische Zöglinge, die nach einem eigenen Lehrplan unterrichtet wurden. Anstelle der ehemaligen Einteilung in die höheren und niederen Studien, bestand die neue Gliederung aus acht Gymnasialklassen, die ins Unter- und Obergymnasium aufgeteilt waren, wobei der Abschluss nur mit der Reifeprüfung erlangt werden konnte.

In den obersten zwei Jahrgängen wurde der Gegenstand philosophische Propädeutik unterrichtet, der als Vorbereitungskurs für das spätere Universitätsstudium verstanden werden kann. Die juridisch-politischen Studien wurden am Theresianum abgeschafft und die theresianischen Zöglinge der Juristenabteilung sollten von nun an die Vorlesungen an der Universität Wien besuchen und dort ihre Prüfungen ablegen. Die Juristenprofessoren wurden dementsprechend Universitäten zugewiesen, die Juristenpräfekte blieben allerdings weiterhin am Theresianum angestellt und förderten die im Theresianum wohnenden Juristenzöglinge mit sogenannten „Colloquien“, die zur Unterstützung ihrer Studien dienten. Dieser Unterricht war für alle Juristen obligat, überdies hinaus erhielten sie Unterricht in Französisch, Reiten, Turnen, Fechten und ihrer Nationalsprache, falls ihre Muttersprache nicht Deutsch war.

Die Unterrichtsgestaltung und das Lehrpersonal unterlag dem neubegründeten Ministerium für Cultus und Unterricht und die Kompetenzen des Kurators wurden auf die Vermögensverwaltung eingeschränkt. Im Laufe der 1850er Jahre wurden die zurückgebliebenen Piaristen durch weltliche Professoren und Präfekte ersetzt.

Neben den obligaten Gegenständen, die für öffentliche Gymnasien verpflichtend waren, bot das Gymnasium der k. k. Theresianischen Akademie den sogenannten akademischen Unterricht an. Dieser umfasste österreichische Nationalsprachen, Französisch für alle Jahrgänge, Englisch und Italienisch für das Obergymnasium, Turnen, Schwimmen, Tanzen, Reiten, Fechten, Zeichnen. Es kamen auch neue Gegenstände hinzu – Stenographie ab 1861, Musik ab 1862, militärisches Exerzieren ab 1862. Im Schuljahr 1866/67 wurde der Turnunterricht im Semesterzeugnis eingetragen und auf Leistung, Fleiß und Sitten klassifiziert. Im Theresianischen Garten wurde folglich ein Turnplatz eingerichtet, um den Turnunterricht auszuweiten.

Diese positiven Entwicklungen verdankte das Theresianum im großen Maße dem damaligen Kurator Anton Ritter von Schmerling (1865-1893), welcher bereits als Staatsminister seit 1861 die höchste Aufsicht über die Theresianischen Akademie ausübte. Nach seinem Amtseintritt als Kurator 1865 wurde ihm von Kaiser Franz Joseph I. wieder die gesamte oberste Leitung über die Erziehungsanstalt übertragen, sodass er neben der Vermögensverwaltung Einfluss auf die Erziehung und Unterricht hatte, die Befugnis zur Ernennung der Lehrer, Präfekte und Beamten hatte und die oberste Disziplinargewalt über alle Angestellten der Akademie ausüben konnte. Dem Ministerium für Kultus und Unterricht verblieb nur noch die Funktion der obersten Aufsicht.  Der Wirkungskreis der Akademiedirektion und der Güterinspektion wurde neu bestimmt, das akademische Kassawesen und Rechnugnsdepartment geregelt und ein Ökonomat errichtet. Die vorübergehende Verbindung der Akademiedirektion und der Schulleitung wurde erneut gelöst.

Die k. k. Theresianische Akademie blieb von den Auswirkungen des Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs von 1867 nicht unberührt. Im Jahr 1875 übergab das Kuratorium die ungarischen Besitztümer an das Königliche Ungarische Unterrichtsministerium. Im Gegenzug verpflichtete sich die ungarische Seite, dauerhaft mindestens zwanzig ungarische Stiftsplätze an der k. k. Theresianischen Akademie zu finanzieren. Die ungarischen Zöglinge wurden zwar nach einem vom ungarischen Unterrichtsministerium entworfenen Lehrplan unterrichtet, unterstanden jedoch weiterhin den österreichischen Unterrichtsgesetzen.

Für die Zöglinge ungarischer Nationalität bzw. jene, die sich künftig in den ungarischen Staatsdienst zu begeben gedachten, wurden die Pflichtgegenstände „ungarische Sprache und Literatur“ sowie „ungarische Geschichte und Landeskunde“ eingeführt. Zur Überwachung dieser Vereinbarung entsandte die ungarische Regierung regelmäßig einen eigenen Inspektor an die Akademie. Auch bei der Reifeprüfung in den ungarischen Fächern war ein Kommissär des ungarischen Kultus- und Unterrichtsministeriums anwesend. Die k. k. Theresianische Akademie nahm damit im Bildungswesen der Doppelmonarchie eine Sonderstellung ein: sie war die einzige Lehranstalt, an der ein Maturitätszeugnis erworben werden konnte, das gleichzeitig vom österreichischen wie vom ungarischen Staat anerkannt wurde.

Als die Räumlichkeiten der k. k. Orientalischen Akademie am Jakoberhof nicht mehr ausreichten und zugleich finanzielle Mittel für einen Neubau fehlten, entwarf der Akademiedirektor Paul Gautsch von Frankenthurn (1881-1885) einen Plan zur administrativen und ökonomischen Verbindung der k. k. Orientalischen Akademie mit der k. k. Theresianischen Akademie. Im Jahr 1883 wurde zwischen dem Kuratorium und dem Ministerium des Äußeren, dem die k. k. Orientalische Akademie unterstand, ein Übereinkommen getroffen, in dem die räumliche Unterbringung der k. k. Orientalischen Akademie und eine ökonomisch-administrative Vereinigung beider Akademien festgelegt wurde. Bei Wahrung der Selbstständigkeit sollten beide Akademien künftig einer Direktion unterstehen. Die Leitung wurde in Personalunion dem Akademiedirektor der k. k. Theresianischen Akademie übertragen. Bereits am 1. November 1883 zogen die Zöglinge der k. k. Orientalischen Akademie ins Theresianum ein, mussten allerdings erst provisorisch untergebracht werden, da der Bau des vierstöckigen Quertrakts (heutiger Konsulartrakt) erst begonnen wurde, der den Reitschulhof nach Norden abschließen sollte. Nach dessen Fertigstellung im darauffolgenden Jahr bezogen sie schließlich den nördlichen Baukomplex.

Die außenpolitische Lage der Monarchie hatte sich in den 1890er Jahren spürbar gewandelt. Dadurch wurde die Notwendigkeit erkannt, den Konsulardienst zu verbreiten und zu verbessern. Die gegen 1896 zusammengetragene Kommission, der auch der damalige Direktor der k. k. Orientalischen und k. k. Theresianischen Akademie Michael Freiherr von Pidoll zu Quintenbach (1885-1907) angehörte, setzte sich für eine grundlegende Reform der k. k. Orientalischen Akademie ein und strebte deren Umwandlung in eine moderne Konsularakademie an. Nach der Ausarbeitung eines neuen Studienplans, welcher gleichermaßen aus Fächern für den diplomatischen und konsularischen Dienst bestand und an dem sich die Pädagogen und der Direktor Pidoll beteiligten, wurde schließlich 1898 die Reform eingeleitet. Die Studienpläne wurden laufend den Erfordernissen der sich ändernden Umwelt und den intensivierten auswärtigen Beziehungen infolge der Industrialisierung angepasst. Als letzter Punkt wurde der Bau eines eigenen Gebäudes für die k. u. k. Konsularakademie beschlossen und 1904 in der Boltzmannsgasse zuendegeführt. Die k. u. k. Konsularakademie übersiedelte folglich an ihren neuen Standort und die beiden Anstalten wurden erneut getrennt voneinander geführt.

Die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts zeichneten sich durch eine ungewöhnliche Vielfalt an Ergänzungsfächern und modernen Unterrichtseinrichtungen aus, die es von anderen mittleren Lehranstalten des In- und Auslands deutlich abhob. Im Jahr 1888 wurde der Turnunterricht beträchtlich ausgeweitet und um abendliche Turnübungen ergänzt. Bereits 1889 – weit vor allen anderen Schulen – führte die Anstalt den Handfertigkeitsunterricht ein. Dieser wurde in den Wintermonaten von vier Fachlehrern erteilt und umfasste Tischlerarbeiten, Holzschnitzen, Modellieren und Kartonnage.

Auf Anordnung des Unterrichtsministers und stellvertretenden Kurator Paul Gautsch von Frankenthurn (Akademiedirektor 1881-1885, Stellv. Kurator 1891-1893, Kurator 1893-1918) wurde 1893 der Anschauungsunterricht für alle Fächer eingeführt. Im Zuge dessen wurde neben den bereits vorhandenen naturhistorischen, physikalischen und chemischen Kabinetten, ein Archäologisches Kabinett eingerichtet, das den Geschichts- und Altsprachenunterricht auf anschauliche Weise bereicherte, 1895 folgte die Einrichtung eines Geographischen Kabinetts, das auf den seit 1878 vorhandenen Lehrmitteln für den Geographie- und Geschichtsunterricht aufbaute. Ein Jahr später wurde die Gartenarbeit als praktische Ergänzung des botanischen Unterrichts während der Sommermonate eingeführt. Im Jahr 1897 erfolgte schließlich, nach einem Probejahr, die Einführung einer neuen Sportdisziplin für die Obergymnasiasten: das Radfahren, das im akademischen Garten ausgeübt werden durfte. Bei schlechtem Wetter war es den Zöglingen sogar gestattet, im Festsaal Rad zu fahren.

Der wachsende Zustrom der Zöglinge war zu Beginn des 20. Jahrhunderts so stark, dass es Überlegungen gab, eine größere Erziehungsanstalt im Lainzer-Tiergarten zu bauen, mit dem Ziel „das größte College auf dem Kontinent“ zu errichten. Die Pläne wurden 1910 bereits vom Kaiser genehmigt, doch der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhinderte ihre Umsetzung. Viele Theresianisten fielen im Krieg und die Existenz der Theresianischen Akademie war in ernster Gefahr.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges führte die veränderte Staatsform, die steigende Inflation und der Verlust der Stiftlinge aus den Nachfolgestaaten einer kritischen Neuordnung. Das Theresianum sollte in eine Bundeserziehungsanstalt umgewandelt werden unter der Leitung der neuen Regierung. Mit 1. Oktober 1919 übernahm das Unterrichtsministerium die oberste Leitung der Theresianischen Akademie und definierte den Wirkungskreis des Direktors nach neuen Richtlinien. Im Schuljahr 1919/20 erfolgten erste strukturelle Anpassungen. Die untere Abteilung der Vorbereitungsklasse wurde aufgelassen, im Gegenzug eine Deutsche Mittelschule eingerichtet. Sie begann zunächst nur mit dem ersten Jahrgang, der aus 14 Zöglingen bestand und vom Lehrkörper der Akademie unterrichtet wurde. Die Muttersprache aller Zöglinge war Deutsch und mit Ausnahme von vier Zöglingen bezogen alle ein Staatsstipendium. Die Deutsche Mittelschule bestand parallel zum Gymnasium, wurde jedoch bereits mit Beginn des Schuljahres 1923/24 wieder aufgehoben, da die Vergabe von Stiftsplätzen eingestellt wurde. In der Folge mussten die drei bestehenden Jahrgänge der Deutschen Mittelschule aufgelöst werden.

Um eine breitere Schicht der Bevölkerung anzuziehen, entschloss das Unterrichtsministerium im Sommer 1925 das Gymnasium der Theresianischen Akademie in ein Realgymnasium umzugestalten, welches nach dem Lehrplan vom 8. August 1908 erfolgen sollte. Die Änderung betraf zunächst nur die ersten vier Jahrgänge, die Oberstufe (5.-8. Klasse) wurde bis zur Matura weiterhin nach dem traditionellen gymnasialen Lehrplan bis zum Auslaufen der letzten Jahrgänge geführt. 1926 wurde wiederum der Tradition entsprechend ein ungarischer Regierungskommissär für die damals noch immer zahlreichen ungarischen Schüler, die den ungarischen Unterricht in Sprache, Literatur und Geschichte erhielten, berufen.


Neben dem Anstaltsrealgymnasium wurde 1928 auch ein Schülerheim errichtet, dessen Zöglinge Privatunterricht erhielten und hinsichtlich der Erziehung, Beaufsichtigung, Verpflegung und Unterbringung wie die anderen Zöglinge behandelt wurden. Die ehemalige Juristenabteilung wurde 1933 in ein Hochschülerheim umgewandelt und bot 24 Studenten Platz. Diese Möglichkeit wurde bereits zuvor ehemaligen Absolventen angeboten, die ein Hochschulstudium in Wien bezogen und war jetzt sämtlichen Hörern der Wiener Hochschulen zugänglich.

Trotz der neuen Umstände, konnte das Theresianum seinen Schülern wie in der Vergangenheit auch in den 1920ern und 1930ern einen einzigartigen Schulalltag mit viel Entfaltungsfreiraum bieten. 1921 wurde der Sportklub der Theresianischen Akademie gegründet. Die Sportaktivitäten bestanden aus einer Vielzahl von Ballspielen, Leichtathletik und Gymnastik, Schwimmen, Tischtennis, Fechten, Tanzen, Radfahren. Der Reitsport wurde zwar nach 1918 abgeschafft, doch um 1930 erneut eingeführt. Der Tennissport erfuhr große Beliebtheit dank der neuen Tennisplätze, ebenso das Fußballspielen. Im Winter sorgten die Rodelbahn und der Eislaufplatz für erfrischende Abwechslung. Der große Park bot zudem genügend Raum, um die Schüler zur Freude an der Natur anzuregen und durch Beobachtungen der wechselhaften Naturerscheinungen zu lernen. Die vielfältigen heimischen Baum- und Pflanzenarten, ausländischen Zierbäume und Nutzpflanzen des wiedererrichteten botanischen Gartens förderten den naturgeschichtlichen Unterricht.

Nicht nur die Pflanzenwelt, sondern auch die zahlreichen im Garten lebenden Vogelarten luden die Schüler zur Beobachtung ein und gewährten praktische Einblicke in die Ornithologie. An klaren Abenden erhielten die Schüler der Oberstufe wiederum die Möglichkeit die Gestirne am Himmel unter Anleitung zu beobachten. Über dem Rahmen des obligaten Lehrplans hinaus stand auch die Erziehung zur Kunst im Vordergrund und wurde durch Zeichenunterricht, Tischlerei, Keramik- oder Buchbindereiarbeiten, Instrumentalunterricht, Chor, Orchester und das Theresianische Theaterspiel gefördert. Für eine gute seelische Entwicklung der Zöglinge sollte die Erziehung auf religiöser Grundlage sorgen. Die Grundzüge der religiös-sittlichen Ausbildung bot der Religionsunterricht und die freiwilligen regelmäßigen Gottesdienste. Die Erziehungsanstalt bot darüber hinaus allen Schülern, die freiwillig Interesse an einer religiösen Vertiefung zeigten, die Gründung von Arbeitsgemeinschaften, im Rahmen derer die Schülergruppen an sogenannten Heimabenden sich zu Vorträgen, Weiterbildung und freien Unterhaltungen trafen.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 wurde das Theresianum im Zuge der politischen Umstrukturierung des NS Regimes schrittweise in die nationalsozialistischen Verwaltungs- und Erziehungsstrukturen eingegliedert. Bereits am 21. März wurde Kurator Skrbensky (1935-1938) seines Amtes enthoben und im April 1938 Dr. Josef Fohr, Ministerialrat im Bundesministerium für Unterricht an seiner Stelle zum Staatskommissär der Theresianischen Akademie ernannt. Der Maturajahrgang 1938 wurde noch regulär abgeschlossen, mit Juni 1938 wurde der Akademiedirektor Alois Papla (1938) pensioniert. Ende Juli stellte der Staatskommissär Friedrich Plattner einen Antrag an den Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin, mit der Forderung die Theresianische Akademie in die Verwaltung des Reiches zu übernehmen. Gleichzeitig beantragte er die Auflassung der bisherigen Schulform und Umwandlung in eine nationalpolitische Erziehungsanstalt.

Mit 30. August 1938 wurde die Theresianische Akademie in den Staatshaushalt übernommen und zunächst der Verwaltung der Zentraldirektion der österreichischen Staatserziehungsanstalten in Wien überführt. In vereinzelten Fällen setzten ehemalige Theresianisten ihre Schullaufbahn im Schuljahr 1938/39 an der neu organisierten Staatserziehungsanstalt für Knaben Wien-Theresianum fort. Ihre Eltern mussten hierfür einen offiziellen Aufnahmeantrag bei der Zentraldirektion der österreichischen Staatserziehungsanstalten stellen. Auf Anordnung des Reichserziehungsministeriums wurde wenige Tage nach Schulbeginn die Umwandlung der Staatserziehungsanstalt in eine staatliche Napola verkündet, die am Jahrestag des „Anschlusses“ am 13. März 1939 erfolgte.

Die beabsichtigte Inkamerierung der Theresianischen Stiftung kam nicht zu Stande. Das Stiftungseigentum unterlag ab dem 1. September 1938 der alleinigen Verwaltung des Reiches und blieb als rechtsfähiges zweckgebundenes staatliches Sondervermögen unter der Bezeichnung Stiftung Theresianum anerkannt. Das Grundeigentum mit allen darauf befindlichen Gebäuden und Anlagen war offiziell Eigentum der Stiftung Theresianum und sollte unentgeltlich der Napola Wien Theresianum zur Benutzung überlassen werden. Für die Verwaltung der Napola war der Anstaltsleiter verantwortlich, welcher dem Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung der nationalpolitischen Erziehungsanstalten in Berlin unterlag. Für die wirtschaftlichen Verhältnisse sorgte ab April 1939 der Reichshaushalt, welcher für die allfälligen Erhaltungsausgaben des Schulgebäudes und der Stiftsgüter sowie der Umbaukosten der Napola Wien Theresianum aufkommen sollte, die zum Teil aus dem Stiftungsfond gedeckt wurden. Die Stiftungen wurden den ursprünglichen Trägern von den deutschen Reichsbehörden entzogen und von der Napola übernommen.

Somit verlor das Theresianum im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme seine institutionelle Eigenständigkeit und wurde für ideologische Zielsetzungen des neuen Regimes bis Kriegsende instrumentalisiert.


 

Im Mai 1945 wurde das Gebäude des Theresianums von sowjetrussischen Besatzungstruppen beschlagnahmt und nach der Räumung der zivilen Verwaltung der USIA übergeben. Obwohl im Jubiläumsjahr 1946 erneut ein neuer Kurator für die Stiftung Theresianische Akademie mit Ressortvertretern von der Bundesregierung eingesetzt wurde, dauerte es noch fast ein Jahrzehnt, bis die ehemalige Favorita mit Abschluss des Staatsvertrags vom 15. Mai 1955 dem Kuratorium übergeben werden konnte.

Zwei Jahrhunderte nach seiner Gründung stand das Theresianum erneut vor einem Neubeginn. Das durch Bomben- und Pakttreffer schwer beschädigte Gebäude musste von Grund auf saniert und restauriert werden, die zum Großteil fehlende Inneneinrichtung wiederum ersetzt. Nach längeren Verhandlungen beschloss das Kuratorium der Theresianischen Akademie 1956, das Gebäude in seiner historischen Form wiederherzustellen, die Innenräume aber modern zu gestalten und die Schule als Realgymnasium mit universaler Bildungsausrichtung zu führen.

Die Umbauarbeiten begannen im Februar 1957 und erstreckten sich über ein Jahrzehnt. Die meistgenutzten Unterrichtsräume sowie die Krankenabteilung wurden auf die Gartenseite verlegt. Die Wohnbedingungen im Internat wurden modernisiert und anstelle der früheren für 14 bis 23 Zöglinge großen Schlafsäle auf kleinere Wohneinheiten mit vier Betten, einem eigenen Bad und Putzraum eingerichtet.

Bereits am 16. September 1957 nahm das Realgymnasium feierlich seinen Betrieb wieder auf. Von Beginn an unterschied sich das wiederbelebte „Theresianum redivivum“ von staatlichen Realgymnasien durch einen Sonderlehrplan mit einem starken Schwerpunkt auf den obligaten Fremdsprachenunterricht (1. Klasse Französisch, 3. Klasse Latein, 4. Klasse Englisch) und der gezielten Förderung besonderer Begabungen aufgrund eines breitgefächerten Angebots. Zugleich sollte die Schule allen Bevölkerungsschichten offenstehen und auch Kindern aus dem Ausland den Schulbesuch ermöglichen.

Mit Ministerialerlass vom 30. Jänner 1958 erfolgte schließlich die Anerkennung des Theresianums als öffentliches Realgymnasium. Das am 1.9.1962 in Kraft tretende Privatschulgesetzt stellte die offizielle, bis heute anhaltende, Bezeichnung der Schule fest: Öffentliches Gymnasium der Stiftung Theresianische Akademie. Das neusprachliche Gymnasium etablierte in der 6. Klasse Russisch als einen zusätzlichen Pflichtgegenstand.

Die revolutionäre Jugendbewegung und die Forderung demokratisch geführter Institutionen machte sich in den späten 1960er Jahren auch am Theresianum bemerkbar. Die Schüler- und Elternschaft forderten Mitspracherechte an der Hausordnung, Unterrichtsführung und Schulveranstaltungen, die Autoritätsvorbilder galten als veraltet und nicht mehr zeitgerecht. Zu Beginn des Schuljahrs 1968/69 wurde durch Direktor HR Dr. Roger Kerber (1958-1968) der Schülerbeirat konstituiert, der aus einem Gremium von ausgewählten Vertretern der Schülerschaft (Schulsprecher, Klassensprecher und deren Vertretern) bestand. Am 25. November 1969 wurde der Elternverein gegründet, welcher seither die Interessen der Eltern vertritt.

Mit dem Eintritt des neuen Schulleiters HR Dr. Alfred Weissgärber (1975-1992) schaltete das Theresianum einen neuen Kurs ein. Zu seinen ersten bedeutsamen Aktivitäten gehörte die Förderung von Austauschprogrammen, die seither einen festen Bestandteil der Ausbildung bilden. Sie sollen nicht nur die Anwendung der erworbenen Fremdsprachenkenntnisse fördern, sondern auch den internationalen Charakter der Schule stärken sowie die kulturelle Diversität und Weltoffenheit vermitteln.

Der starke Rückgang der Internatszöglinge und die sinkenden Klassenzahlen führten dazu, dass sich die Generalversammlung der Vereinigung der ehemaligen Theresianisten im Jahr 1977 erstmals mit der Frage der Koedukation auseinandersetzte. Im daraufhin erneuerten Stiftsbrief wurde unter anderem der Stiftungszweck neu gefasst. Dabei wurde die bisherige Bezeichnung „junge Männer“ durch „junge Menschen“ ersetzt, wodurch deer Akademie eine wichtige Grundlage für zukünftige Entwicklungen geschaffen wurde.

Ein bedeutender Befürworter dieses Vorhabens war der damalige Schuldirektor Hofrat Dr. Alfred Weissgärber (1975-1992), der die Einführung der Koedukation als unverzichtbare Bereicherung für die Theresianische Akademie betrachtete. Die Thematik wurde unter drei Kuratoren wiederholt aufgegriffen und schließlich in ein umfassenderes Gesamtkonzept mit neuen Zielsetzungen und zukunftsorientierten Bildungsperspektiven eingebettet. Das Projekt wurde in den folgenden Jahren unter der Bezeichnung „Theresianum 2000“ ausgearbeitet und implementiert.

Im Schuljahr 1989/90 wurden erstmals Schülerinnen in das Gymnasium aufgenommen. Bereits im Jahr zuvor hatte eine Kooperation mit dem Lycée Français de Vienne die Voraussetzungen dafür geschaffen, indem zum ersten Mal auch Mädchen im Vollinternat untergebracht werden konnten. Mit der Aufnahme der ersten Schülerinnen sowie der ersten Lehrerinnen in den Lehrkörper wurde ein bedeutender Schritt in der Geschichte des Theresianums gesetzt, der den Schulalltag nachhaltig veränderte und bis heute bereichert.

Im April 1993 trat die erste weibliche Führungskraft am Theresianum das Amt der Schulleitung an, HR Dr. Waltraud Hauschka (1993-2012). Ihre Amtszeit war von tiefgreifenden Veränderungen und einer umfassenden Modernisierung der Schule geprägt. Im Rahmen des Projekts „Theresianum 2000“ wurden in den 1990er Jahren umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Dazu zählen unter anderem die Generalsanierung des naturwissenschaftlichen Bereichs, die Errichtung einer neuen Sporthalle und Renovierung des Hallenbads. Ein bedeutender Schritt war zudem die Einrichtung einer modernen Zentralen Schülerbibliothek, der Kurt-Schubert-Bibliothek.

Auch im pädagogischen Bereich wurden wichtige Neuerungen umgesetzt. Im Jahr 1995 wurde das Theresianum österreichische Kooperationsschule des Model European Parliament (MEP) und beteiligt sich seither regelmäßig an internationalen Sitzungen. Die von ihrem Vorgänger begonnene Schulpartnerschaftsinitiative weitete Schuldirektorin Hauschka auf rund 20 Partnerschulen in Europa und außerhalb aus. 1997 erfolgte die Neugestaltung des Sprachenmodells: Die zweite Fremdsprache wurde bereits ab der 3. Klasse eingeführt, Latein ab der 4. Klasse. Ein weiterer Meilenstein war das Jahr 2000: Mit der Einführung der „Europaklasse“ als Schulversuch wurde ein neues Bildungskonzept etabliert, im selben Jahr wurde erstmals eine Kooperation mit Boston Consulting Group gestartet, welche seither im Rahmen des jährlich stattfindenden Projekts „Business@school“ fortgeführt wird. 2001 folgte die erste Laptopklasse, 2002 die Ausstattung aller Klassen als Medienklassen. Unter ihrer Direktion kam es zur Verdoppelung der Schülerzahlen, was auch eine entsprechende Erweiterung der Klassenstruktur mit sich brachte. Im Jahr 2005 wurde die Fünf-Tage-Woche in den ersten Klasse eingeführt und 2006 auf die gesamten Unterstufe ausgeweitet. In ihrer letzten Amtsperiode wurde schließlich auch das Internat umfassend ausgebaut und modernisiert, wodurch die traditionsreiche Internatserziehung an die zeitgemäßen Anforderungen angepasst wurde.

Im Schuljahr 2012/13 wurde HR Mag. Andreas Schatzl (2013-heute) im Beisein der damaligen Bundesministerin Dr. Claudia Schmied in das Amt des neuen Schuldirektors eingeführt. In seiner vorherigen langjährigen Tätigkeit im Bildungsministerium war er an der Entwicklung der neuen Reifeprüfung für allgemeinbildende höhere Schulen als Projektleiter federführend beteiligt, die neben den schriftlichen Klausurarbeiten und mündlichen Prüfungen auch eine vorwissenschaftliche Arbeit umfasste. Außerdem war er Fachexperte für ganztägige Schulformen.

Direktor Schatzl ist seit 2016 zudem als pädagogischer Vorstand gemeinsam mit Mag. Martin Lochmann Geschäftsführer der Stiftung Theresianische Akademie. In die Ära von Direktor Schatzl fällt die schrittweise Generalsanierung aller Stammklassen, des Hallenbades sowie der Gangbereiche und der Zubau im Küchenhof. Weitere wichtige pädagogische Entwicklungen der jüngeren Geschichte waren die Einführung der Fünf-Tage-Woche auf die Oberstufe, die Schaffung von Verhaltensvereinbarungen, die Einführung von Digitalklassen im Schuljahr 2021/22, die Etablierung der standardisierten, kompetenzorientierten Reifeprüfung und der Individuellen Kompetenzmessung (IKM), begleitet von der Erlangung der Schulautonomie. Zudem erfolgte 2024 die Etablierung des naturwissenschaftlichen Schwerpunkts in der Oberstufe mit einem schulautonomen Gegenstand „Science“ und Darstellender Geometrie anstelle der 3. Lebenden Fremdsprache Russisch und die Einführung eines neuen Konzepts der Tagesbetreuung für die Oberstufe.