Matura 2025/26
Grußworte von Direktor HR Mag. Andreas Schatzl
Als sehr stolzer Schulleiter des Theresianums gratuliere ich unserem „weißen“ Jahrgang ganz herzlich zur erfolgreich bestandenen Reifeprüfung.
Von 89 zur Matura zugelassenen Kandidatinnen und Kandidaten haben beeindruckende 60 mit ausgezeichnetem oder gutem Erfolg abgeschlossen. Eine Leistung, auf die ihr mit Recht stolz sein könnt – und über die ich mich auch sehr freue!
Mit eurem Abschluss endet ein bedeutender Lebensabschnitt – und zugleich beginnt ein neuer. Bei aller Freude über das Erreichte möchte ich euch einen Gedanken mitgeben:
Ihr habt eine privilegierte Schulbildung erhalten. Dieses Privileg ist kein Selbstzweck, sondern bringt Verantwortung mit sich:
- eine Absage an das Mittelmaß
- den Anspruch, aus euren Möglichkeiten etwas zu machen
- und – im Sinne unserer Stifterin Maria Theresia – den klaren Auftrag zum Dienst an der Gemeinschaft
Nehmt eure Verantwortung als mündige, kritische und engagierte Bürgerinnen und Bürger ernst. Tragt aktiv zum Gemeinwesen bei und gestaltet unsere Gesellschaft mit.
Theresianistinnen und Theresianisten haben nicht mehr Rechte – aber mehr Pflichten.
Ich wünsche euch für euren weiteren Weg Mut, Haltung und Erfolg!
Abschiedsrede von Schulsprecher Ivan Ivanov
Vor acht Jahren haben wir das erste Mal diese Schule betreten. Damals war ich zumindest klein, unsicher und planlos. Und jetzt stehe ich hier, halte eine Rede, und das Einzige, was sich seither wirklich geändert hat, ist die Größe. Ich glaube, euch geht's genauso. Und ich wage es zu behaupten, dass ihr euch sogar noch unsicherer und planloser fühlt. Bis jetzt hatten wir immer die Matura vor uns. Ein klares Ziel, ein Datum, etwas, auf das alles zugelaufen ist. Und jetzt ist sie vorbei und mit ihr gleich unser jetziges Leben. Es gibt keine spontanen mündlichen Wiederholungen in Biologie, keine Hausübungen in Deutsch und allen voran kein Untis mehr, das uns sagt wie und wann wir wo zu sein haben. Denn genauso wie die Schulzeit endet, endet der Platz von Untis auf meinem Homescreen.
Wenn wir jetzt auf diese acht Jahre zurückblicken, fällt uns glaube ich eines auf: Das, woran wir uns erinnern, steht in keinem Zeugnis. Nicht die Noten. Sondern die Nachmittage, während denen wir allesamt unsere Hausübung selbständig erledigt haben, die Klassenfahrten, bei denen die Nachtruhe um 22:00 stets eingehalten wurde, und der Maturaball, bei dem wie versprochen die Klimaanlage einwandfrei funktioniert hat. Daran erinnern wir uns.
Das wichtigste was wir also an dieser Schule gemacht haben, ist nicht den Stoff zu lernen, sondern einander kennenzulernen. Und genau deshalb ist das nicht nur Abschied von einem Gebäude. Es ist ein Abschied von den Leuten, die uns zu dem gemacht haben was wir sind. Acht Jahre lang hatten wir alle denselben Stundenplan mit der Unterrichtsstunde am Freitag um 16:55, dieselben Schularbeiten, für die wir alle nicht gelernt haben und dieselben Lehrer:innen, die uns an einem Montagmorgen den Wiederkäuermagen einer Ziege erklärt haben. Ab jetzt nicht mehr. Ab jetzt hat jeder von uns seinen eigenen Plan. Oder, wenn wir ehrlich sind, seinen eigenen Mangel an Plan.
An dieser Stelle gehört sich eigentlich ein großes Zitat. Etwas Würdevolles von Kant oder Sokrates. Aber meine Mit-Philosophie-Maturant:innen werden bestätigen: Von diesen beiden haben wir für ein Leben genug gehört. Stattdessen finde ich passt an dieser Stelle ein Zitat von Doc Brown aus Back to the Future besser.„Deine Zukunft steht noch nicht fest. Niemandes Zukunft steht fest. Du musst sie selbst gestalten. Also gestalte sie gut."
Er ist kein Philosoph, kein Literaturnobelpreisträger, sondern ein Wissenschaftler der mindestens genauso chaotisch ist wie unser Leben genauso chaotisch ist wie unser Leben gerade.
Denn keiner von uns sitzt hier mit einem fertigen Lebensplan. Keiner weiß, wo er in zehn Jahren steht. Und das ist nicht das Problem. Das ist unsere Chance.
Unsere Zukunft steht nicht fest. Wir gestalten sie selbst. Also sollten wir sie gut gestalten.
Was kommt also für uns als Nächstes? Vielleicht ein Studium, vielleicht der Zivildienst oder das Bundesheer, vielleicht auch erstmal ein Jahr Pause mit viel Schlaf, gewiss etwas was nach dem Maturaball nicht schaden könnte.
Eines steht aber fest. Leute, die jahrelang nur einen Gang von uns entfernt waren verteilen sich jetzt auf die ganze weite Welt. Und doch bin ich mir sicher, dass wir irgendwann ineinander stolpern und den anderen fragen werden „Kannst du dich noch erinnern an …"
In diesem Sinne: Danke für die 8 Jahre und bis irgendwann.