Geschichte des Kuratoriums der Theresianischen Akademie

So wie die Entwicklung des Theresianums ist auch die Geschichte des Kuratoriums ein Spiegelbild der österreichischen Geschichte:
Die Schulerhalterschaft bzw. auch die Vermögensverwaltung der Stiftung  wechselte sehr häufig: von den Jesuiten unter Aufsicht des kaiserlichen Hofs bis zur unmittelbaren Führung durch das Unterrichtsministerium und – so wie heute - als autonome Stiftung unter der Kontrolle eines von der (dem) Unterrichtsminister(in) bestellten Kuratorium und dem Unterrichtsministerium als Stiftungsaufsicht.

Maria Theresia nach Meytens (fotografiert von Heinz Kröll)

Gründung

Neben der Theresianischen Militärakademie (gegründet 1752) und der Akademie der Orientalischen Sprachen (heutige Diplomatische Akademie, gegründet 1754) gründete Maria Theresia 1746 die Theresianische Akademie, indem sie das Sommerschloss ihres Vaters, Kaiser Karl VI, die Favorita, zu einer Schule umwidmete.

Ziel

Drei Bildungswege (Ausbildung für Verwaltung, Armee und Diplomatie) sollten zu einem gemeinsamen Ziel führen: dem Dienst am Staat. Begabte und leistungsfähige junge Menschen sollten zu tüchtigen Beamten, Offizieren und Diplomaten erzogen werden. Die Pläne für Unterricht und Erziehung an der künftigen "Theresianischen Akademie" sind weitreichend - alle Altersstufen sollen erfasst werden.

Vorgeschichte der Favorita

Rund 130 Jahre österreichischer Geschichte wurden von der "Favorita auf der Wieden" aus gelenkt - im Jahre 1614 erwarb Anna, die Gemahlin des Kaisers Matthias, den Angerfeldhof, der umgestaltet und erweitert als Favoritenhof zum Sommersitz der kaiserlichen Familie wurde.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts hatte der 1614 von Anna von Tirol, der Gemahlin des Kaisers Matthias, erworbene Vierkanthof bereits einen großzügigen Ausbau zum Schloss erfahren und war zu einem weithin bekannten Ort für Konzerte, Opern- und Theateraufführungen geworden. Im Zuge notwendiger Verteidigungsmaßnahmen gegen die Türken wurde auch die erste Favorita im Jahre 1683 niedergebrannt. 1690 größer und glanzvoller wiederaufgebaut, wird das Schloss unter den Kaisern Leopold I., Josef I. und Karl VI. als Residenz mit dem großartigen Park zum Ort bedeutender staatspolitischer Ereignisse.

Die Sommerresidenz nach dem Wiederaufbau 1687, wie sie auch unter Maria Theresia ausgesehen hat
1700: Szenenbild aus der Oper "La Constantia d'Ulisse" 1703: Proklamation Erzherzog Karls (später Karl VI.) zum König von Spanien

linkes Bild : 1700 Szenebild aus der Oper La Constantia d´Ulisse" im Theatrum- heute Grotte

rechtes Bild : 1703 Proklamation "Pactum mutuae successionis" und somit Erzherzog Karls (später Karl VI.) zum König von Spanien im Theresianum in der Geheimen Ratsstube oder Conferenzzimmer, später Tanzsaal, Maturaklassen, heute DDr. Kurt Schubert (Schüler-)bibliothek.

Das Goldkabinett im Stile des Rokoko aus der Zeit Kaiser Karl VI.

Das Goldkabinett in den Räumen des Kuratoriums der Stiftung erinnert an die Jugendzeit Maria Theresias, die nach dem Tod ihres Vaters am 20. Oktober 1740 das Gebäude verließ und 1745 den Jesuiten überschrieb.

Gründungsgeschichte der Theresianischen Akademie

Medaillon der Stifterin

Als nach dem Tod Karls VI. am 20. Oktober 1740 eine sinnvolle Nutzung des kaiserlichen Sommerschlosses „Favorita“ gesucht wurde, schlug der damalige Landmarschall von Niederösterreich, Graf Herberstein, mit einigen anderen Schulexperten der Kaiserin
 vor, den Jesuiten für ihren Zweck die Favorita zu überlassen.  Sie hatten die meiste Erfahrung bei der Führung von Ritterakademien (Heranbildung des jugendlichen Adels zum Zivil- und Militärdienst). Die bedeutendsten dieser Schulen waren die Landschaftsakademien. Damals war der Landmarschall Oberdirektor des Schulwesens. Im Unterricht und in der Pagerie wurde auf ritterliche Übungen und Tanzen das Hauptgewicht gelegt.


Außerdem wurden Mathematik, Geometrie, Militär- und Zivilbaukunst, Geographie und Geschichte, öffentliches und Privatrecht soweit es in den Erbländern in Geltung war, gelehrt, ebenso Französisch, Spanisch und Italienisch. Der Entwurf wurde von Maria Theresias  Berater Gerhard van Swieten umgearbeitet und von der Kaiserin 1746 genehmigt. Die Favorita wurde den Jesuiten um 30.000 Gulden gegen die Verpflichtung veräußert, dort nach dem der Kaiserin vorgelegten Plan ein "Collegium nobilum"  zu errichten.

Graf Joseph Khevenhüller

Die Zusammenarbeit zwischen dem Hof und den Jesuiten verlief von Anfang an nicht glücklich: Sie mussten entgegen der Praxis in ihren anderen Schulen die deutsche Sprache einführen, in den mathematischen Unterricht eine Anleitung zur Militär- und Zivilbaukunst einfügen, in der Geschichte den Schwerpunkt auf die mittlere und neuere Geschichte legen, um hier die des Hauses Habsburg und seiner Erbländer ganz besonders zu berücksichtigen. Die Einführung der „adelichen Exercicien“ (Tanzen, Fechten und Reiten) verursachte erhebliche Kosten. Sie mussten im Rahmen des auferlegten Erziehungsziels - dem Staat brauchbare, höhere Beamte zu erziehen - auch juristische und staatswissenschaftliche Studien anbieten. So war ursprünglich an die Philosophie ein juristisches Studium in drei Jahrgängen angeschlossen. Hier mussten sich die Jesuiten die Anstellung weltlicher Lehrer gefallen lassen. Die heute noch vorhandene Einteilung in Kameraten ging auf diese ersten Jahre zurück! 


Als ersten Kurator (Oberdirektor) ernannte Maria Theresia ihren Obersthofmarschall, JOSEPH GRAF KHEVENHÜLLER, der bei Antritt seiner Funktion im Jänner 1747 erst 40 Jahre alt war!

Obwohl die Kaiserin für ihr noch von den Jesuiten geführtes Kollegium Theresianum einen Teil der Kosten (Amtsmeister, Arzt, Chirurgen) übernahm und verfügte, dass der Schule die Zinsen aus dem Ertrag der 1732 gegründeten Schellenburgischen Stiftung für Erziehungszwecke zugewendet werden, konnten die Jesuiten die wirtschaftliche Existenz der neuen Akademie nicht sichern. 
Am 30. Dezember 1749 erfolgte die Umwandlung von der bisher von der Kaiserin nur unterstützten Jesuitenanstalt in eine kaiserliche mit Maria Theresia als Stifterin. Khevenhüller war bis 1754 der „ansehnliche Ministri“, der die „Oberaufsicht tragen soll“.

Damals wurde die Kirchberg´sche Stiftung mit der Schellenburgischen Stiftung in der Theresianischen Akademie vereinigt. Die wirtschaftliche Existenz der Stiftung wurde neben Geld- und Sachzuwendungen (z. B. Schulpferde) durch die Übertragung verschiedener geistlicher Güter gesichert:
Die ungarische Abtei Bátaszék (weshalb zunächst fünf und in der Folgezeit immer die Hälfte aller Stiftlinge der ungarischen Nation angehören mussten und ein Ungarnschwerpunkt des Theresianums bis 1938 begründet ist), die Pfarre Eggenburg, die Probstei Zwettl und die Pfarre Groß-Rußbach. 
Ähnlich der Bestimmung hinsichtlich der ungarischen Stiftlinge gab es eine Art Zweckwidmung  bei der Kirchberg´schen Stiftung für Schüler aus Niederösterreich und bei der Schellenburg´schen Stiftung für Schüler aus Krein.
Im Thron- und Zeremoniensaal der Favorita wurde die  wertvolle Bibliothek von Nikolaus Garelli, des Leibarztes Karls VI. untergebracht (sie wurde 1784 von Josef II. der neu gegründeten Universität Lemberg geschenkt, aber 1797 neu gegründet.)

Bibliotheca Theresiana

Die Erziehung lag weiterhin in den Händen der Jesuiten, wenngleich es immer wieder Klagen über die Führung der Schule durch die Jesuiten gab „man trage mehr Sorge, die Schüler für die Kirche als für den Staat zu erziehen“. Schon damals unterrichteten im Theresianum berühmte Persönlichkeiten wie die Dichter und Gelehrten Michael Denis, Karl Mastalier, Graf Siegismund Anton Hohenwart und Josef von Sonnenfels.
Von den Schülern dieser Zeit wären zu erwähnen: Gottfried van Swieten, Johann Josef Graf Wilczek, Fürst Wilhelm von Salm-Salm, Graf Franz Salm-Reifferscheidt, Franz Freiherr von Enzenberg, Graf Prokop Schaffgotsch, Franz Graf Sylva-Tarrouca, Mitglieder der Familien Auersperg, Esterhazy, Hadik, Harrach, Kaunitz, Kinsky, Razumovski, Pálffy, Hohenwart, Starhemberg, Taaffé, Feldmarschall Graf Radetzky von Radetz.

Ende 1754 zog sich Khevenhüller auf eigenen Wunsch zurück und schlug Kardinal JOSEF GRAF TRAUTSOHN, Erzbischof von Wien, als seinen Nachfolger vor.

1755 wurde die Schule in ein Kollegium, das den Jesuiten überlassen blieb, und in eine Ritterakademie, die einer weltlichen Leitung unterstellt wurde, getrennt. Der Lehrgang der Jesuiten endete mit der Philosophie, die Juristen mussten sie an die neue Akademie (heute Gebäudeteile Scapinellisaal und Diplomatische Akademie) abgeben. Doch diese Trennung blieb ohne nachhaltigen Erfolg und wurde Ende 1758 wieder aufgehoben. 
1763 wurde die Teuffenbach´sche Stiftung (mährische, protestantische Familie aus Dürnkrut) für Studienzwecke dem Theresianum zum Teil inkorporiert.
Oberdirektor  der “ k.u.k. Theresianischen Ritterakademie“ waren GRAF KARL SALM und ab 1758 GRAF BALTHASAR WINDISCHGRÄTZ.
Die Stelle des Kurators blieb nach dem Tod Trautsohns unbesetzt.
Als die adelige Akademie wieder aufgegeben wurde und die Jesuiten neuerdings eine Juristenabteilung einrichteten, wurde GRAF ANTON MIGAZZI, Kardinal Fürst Erzbischof von Wien, Kurator von 1761 bis 1773. 
1773/74 wurde das "Obere Stöckl" zur Unterbringung der Naturaliensammlungen und des Physikalischen Kabinetts errichtet. Sie blieben dort bis 1945 (1957 Turnsaal, dann 1961 bis 1997 auch Evangelische Kapelle und schließlich jetzt ein prachtvoller Lehrerarbeits- und Aufenthaltsbereich).

Oberes Stöckl
Das Savoyische Tor der Diplomatischen Akademie (fotografiert von Heinz Kröll)

1773 wurde der Jesuitenorden in Österreich aufgehoben. Der Titel der Anstalt wurde von „Kollegium Theresianum“ auf die „k. k. adelige Akademie“ geändert, die Gebäude wurden wieder als Hofgebäude erklärt, das gesamte Personal unter die Jurisdiktion des obersten Hofgerichtes gestellt. Vorsitzender dieser Hofkommission wurde  GRAF KASPAR LANTHIERI als "erster Oberdirektor“ von 1773 bis 1782. 
1778 wurde die Theresianische mit der Savoyischen Akademie vereint. Diese, mit dem späteren Fürstentum Liechtenstein in Verbindung stehende Stiftung, hatte den Schwerpunkt Ingenieurwissenschafts- und Militärtechniken und wurde auf der Laimgrube, der heutigen Stiftskaserne, errichtet.

Die administrative Verbinung begann schon 1776 durch denselben Oberdirektor, 1778 erfolgte die Verlegung von der Laimgrube in das Theresianum. Jene Theresianisten, die sich der Jurisprudenz und den Staatswissenschaften widmen wollten, mussten in die Savoyische Akademie übertreten.

Josef II und das Theresianum

Nach dem Tod der Kaiserin Maria Theresia folgte 1780 die schwierige Zeit unter Josef II.: 
Er hatte nicht so ein persönliches Verhältnis zur Schule wie Maria Theresia. Für ihn stand der Nutzen in keinem Vergleich zu den nicht geringen Kosten des Theresianums. Von einer von ihm eingesetzten Kommission erfolgte 1782 der Vorschlag der Vereinigung der Brünner Akademie mit der Theresianisch-Savoyischen.
 

Die Brünner Akademie beruhte auf einer Stiftung Kaiser Ferdinands II. auf der Herrschaft Neutitschein in Mähren und der Teuffenbach`schen Stiftung.


Der bisherige Direktor der dortigen Akademie, der auch Mitglied jener Kommission gewesen war,  EMANUEL FREIHERR VON STILLFRIED-RATTONITZ wurde Kurator oder Oberdirektor  der vereinigten Akademien bis zur faktischen Aufhebung der Akademie 1784. 
Nach einem Dekret Kaiser Josefs vom 20.November 1783 wurde die Theresianisch-Savoyische Akademie ihrer Verfassung nach als Erziehungsinstitut aufgelassen. Resolutionen vom 17. August und 13. Oktober 1784 führten zur faktischen Aufhebung der Akademie.
 In der Favorita wurde eine Ingenieurakademie untergebracht.


Kolorierte Radierung Theresianischen Ritterakademie 1825
Bibliotheca Theresiana
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Graf Ludwig Taaffé war ebenfalls ehemaliger Theresianist. In seine Zeit fiel 1836 der Umbau des Fischteiches in eine Schwimmschule. Er führte – vorbildlich für die österreichischen Schulen – 1838 den Turnunterricht ein.
 Am 29. März 1846 fand in Anwesenheit von Kaiser Ferdinand I. die 100-Jahr-Feier der Gründung der Schule statt. Hiebei erfolgten Vorträge von Schülern in neun Landessprachen der Monarchie.
Unter den Schülern dieser Zeit finden sich viele Namen aus dem Hochadel: Hohenlohe, Gonzaga, Ferante, Aichelburg, Bellegarde, Coudenhove, Dampierre, Fürstenberg, Huyn, Sternberg, Strachwitz, im Einzelnen etwa Gustav Freiherr von Suttner, Teuffenbach, Thun, Almásy, Hunyády, Majlath, Kriegsminister Freiherr Franz von Cordon, Innenminister Graf Wickenburg, Minister Ferdinand von Thinnfeld, Josef von Szlávy, Josef Ritter von Kalchberg (der Akademiedirektor von 1866 bis 1880) Alexander Ritter von Pawlowski, der Dichter, Philosoph, Arzt und Dekan der Medizinischen Fakultät der Univerität Wien Ernst Freiherr von Feuchtersleben, Minister Josef Ritter von Kalchberg, General Josef Graf Jellacic von Buzim, Anton Graf Auersperg (Anastasius Grün) u.v.a.

Theresianum Redivivum II

1848 - Die Musterschule der adeligen und bürgerlichen Jugend

Das Jahr 1848 hatte auch für das Theresianum erhebliche Bedeutung:
 Am 23. März wurde das Ministerium für Kultus und Unterricht geschaffen. Der erste Minister Franz Freiherr von Sommeruga und sein Nachfolger Baron Anton Doblhoff und nach der Vereinigung mit dem Ministerium des Inneren, Graf Franz Stadion, sorgten für viele Reformen.
Das Theresianum stand kurz vor der endgültigen Auflösung, doch entschied eine Kommission unter dem Vorsitz des provisorischen Unterrichtsministers von Thinnfeld, einem ehemaligen Theresianisten, für die Erneuerung des Theresianum einzutreten.


Die kaiserliche Entschließung vom 29. September 1849 bedeutete die zweite Wiederherstellung der Theresianischen Akademie unter wesentlich geänderten Bedingungen: 
Zulassung auch für Söhne des Bürgertums und für Externe (wie Lueger, Scapinelli), den Piaristen wird die Leitung entzogen, das Kuratorium besorgt nur die Vermögensverwaltung; in  Lehr-und Erziehungsbelangen untersteht das Theresianum dem Ministerium für Unterricht, das auch die oberste Aufsicht über die Administration führt. Die Juristen besuchen die Vorlesungen an der Universität. Ein Teil des Gebäudes wurde der Universität zur Verfügung gestellt (philosophische und juristische Vorlesungen, chemisches Laboratorium) bis Anfang der 60er Jahre.
So wurde das Theresianum zur „Musterschule der adeligen und bürgerlichen Jugend“.


Auf Kurator Taaffe folgte von 1855 bis 1865 GRAF GEORG STOCKAU. 
Er konnte die von seinem Vorgänger in die Wege geleitete wirtschaftliche Konsolidierung der Theresianischen Akademie erfolgreich fortsetzen: nach Verkauf der wenig ergiebigen Güter Zwettl, Groß-Rußbach und Eggenburg konnten 1858 alle Schulden getilgt werden.
Um die Anzahl der Stiftsplätze und somit die Geldmittel erhöhen  zu können, wurde in dieser Zeit die Anzahl der Stiftungen erweitert: 
Kaiser Franz Josef-Stiftung: 10 ungarische Stiftsplätze
Kronprinz Rudolf- Stiftung: 3 für Croatien und Slawonien, 7 für Ungarn und Siebenbürgen
gräfliche Csáky-sche Stiftung : 1 Stiftsplatz
Änderungen bei der Bátaszéker - Stiftung: 2 Stiftsplätze ausschließlich für Croatien und Slawonien, von den 19 galizischen Stiftsplätzen 2 für das Herzogtum Bukovina.

Nach dem Tod Graf Stockaus folgte der am längsten dienende Kurator (1865-1893) in der Geschichte des Theresianums, nämlich Staatsminister ANTON RITTER VON SCHMERLING, der bereits seit 1861 die höchste Aufsichtsbehörde der Theresianischen Akademie repräsentiert hat. Seine Kuratorschaft betrug 28 Jahre! Vorher war er Reichsinnenminister, Reichministerpräsident, Reichsaußenminister, Justizminister und schließlich Senatspräsident am Obersten Gerichtshof. Nach Einführung der konstitutionellen Verfassung von 1860 wurde er Staatsminister und hatte großen Anteil an der Ausarbeitung der zentralistisch-liberalen Verfassung.
Mit seinem Kuratorium begannen im Theresianum sowohl was die wirtschaftliche Verwaltung als auch, was den Unterricht betrifft, stabile Verhältnisse zu herrschen. Ihm wurde durch kaiserliche Entschließung wieder die gesamte oberste Leitung des Theresianums übertragen. Sein Wirkungsfeld ging weit über die reine Wirtschaftsverwaltung hinaus. Es erstreckte sich auf Erziehung und Unterricht sowie die Ernennung der Lehrer, Präfekten und Beamten. Das Ministerium für Kultus und Unterricht hatte nur mehr die Funktion der obersten Aufsicht.


Der Ausgleich von 1867 hatte auch für das Theresianum Auswirkungen: am 29. November 1875 wurde vertraglich das Gut Bátaszék aus dem theresianischen Güterstand (das mit rd. 24.000 Joch größte Gut) exkorporiert und die Verwaltung dem ungarischen Ministerium für Kultus und Unterricht übertragen. Die ungarische Regierung verpflichtete sich dagegen zur Zahlung einer jährlichen Summe für die Erhaltung von  mindestens 20 ungarischen Stiftlingen, von denen zwei Angehörige der Königreiche Kroatien und Slawonien sein sollten. Außerdem zu einem Beitrag zur Bestreitung der allgemeinen Auslagen der Akademie, der Gehälter und Pensionen für die ungarischen Lehrer und Präfekten. Andererseits wurden der ungarischen Regierung eine Ausbildung der ungarischen Schüler in ungarischer Sprache, Literatur und Geschichte durch ungarische Präfekten und ungarische Lehrer zugesichert, ebenso ein ungarischer Regierungskommissär, der die Belange der Ungarn im Kuratorium bis 1938 (!) wahrnehmen konnte.

Unter Kurator Schmerling wurden militärische Exerzierübungen eingeführt und der Turnunterricht weiter ausgebaut. Die naturwissenschaftlichen Sammlungen wurden wieder eingerichtet.
1872 erfolgte die Abtretung von Teilen des Parks zwecks Verbreiterung der Argentinierstraße. Aus dem Erlös wurde ein Pensionsfonds für die Angestellten der Akademie geschaffen.
1883 übersiedelte die Konsularakademie in den Konsulartrakt der Favorita und blieb hier bis 1905 bis zur Verlegung in ein neues Haus in der Boltzmanngasse. Die Kompetenzen des Kurators werden auf die Konsularakademie in administrativ-ökonomischer Verbindung ausgedehnt.
 In dieser Zeit waren große Persönlichkeiten als Pädagogen bzw. Direktoren im Theresianum tätig:
Alois Johannes Capellmann, Ernst Freiherr von Feuchtersleben, Karl Tomaschek, Josef Zhismann, der Religionslehrer Anton Gruscha - Mitbegründer von Kolping Österreich und späterer Kardinal und Erzbischof von Wien, Robert Hamerling, Heinrich Demel, Carl Heller, Dr. Heinrich Mitteis, Dr. Paul Freiherr Gautsch von Frankenthurn, ehemaliger Theresianist und Beamter des Unterrichtsministeriums. Schließlich auch Johann Schwarz, dem wir die ersten zusammenfassenden Werke über die Geschichte der Favorita ("Die Kaiserliche Sommerresidenz Favorita", Wien und Prag, Verlag von F.Tempsky 1898 und "Geschichte der k.k. Theresianischen Akademie 1746 - 1865" Jahresbericht 1889/90, S. 1 - 110) zu verdanken haben.


K.K.Hofrat Dr. Paul Freiherr GAUTSCH von FRANKENTHURN war zweifelsohne die am längsten in Führungsposition dem Theresianum dienende Persönlichkeit, nämlich 37 Jahre lang. Er war auch eine der größten politischen Persönlichkeiten seiner Zeit: In der Politik war er 1879 bis 1881 und 1885 bis 1886 Unterrichtsminister. Dazwischen, 1881 Direktor der K.u.K. Orientalischen Akademie und Akademiedirektor bis 1885, von 1891 bis 1893 Kurator-Stellverteter und schließlich von 1893 bis 1918 Kurator der Theresianischen Akademie. In dieser Zeit war er 1897-98, 1905-06 und 1911 Ministerpräsident sowie 1899 bis 1904 Präsident des Rechnungshofes. In die österreichische Verfassungsgeschichte geht er ein, weil er 1906 den Gesetzesentwurf für das allgemeine Wahlrecht dem Kaiser vorlegte.
In seiner 25 Jahre dauernden Kuratorschaft gab es viele Änderungen im Unterrichtswesen, vielfach vorbildlich für andere Schulen:
1835 Französisch obligat in allen Klassen
1838 Turnunterricht ausgeweitet und dann allgemein in Österreich eingeführt

1849 Stenographieunterricht

1849 Handarbeitsunterricht
1862 Musikunterricht
1894 Gartenarbeiten
1896 Radfahren, Gründung eines archäologischen Kabinetts zusätzlich zur Münzsammlung

Fechtunterricht im Jahre 1898 (Foto aus dem Besitz der Stiftung) Radsport am Theresianum anno 1898 (Foto aus dem Besitz der Stiftung)
Das alte Freibad (Foto aus dem Besitz der Stiftung) Werkunterricht (Foto aus dem Besitz der Stiftung)
Speerwerfen (Foto aus dem Besitz der Stiftung)  

Am 21. Februar 1896 fand das Fest zur 150. Wiederkehr des Tages der Gründung der Akademie statt. Die Festrede hielt diesmal ein ungarischer Theresianist, anschließend fanden Vorträge von Schülern in sämtlichen Sprachen der Monarchie statt. Bemerkenswert ist, dass in dieser Zeit vor allem unter den Kuratoren Schmerling und Gautsch das Theresianum seine stärkste und breiteste staatspolitische und pädagogische Wirkung erreichte:
 Aus allen Gebieten der Monarchie, in den unterschiedlichen Sprachen (ungarisch, französisch, italienisch, englisch, böhmisch, polnisch, slowenisch, serbokroatisch und rumänisch), viele Sportarten (u.a.Reiten,Fechten,Tanzen, Schwimmen) ein stark ausgebauter handwerklich-praktischer Unterricht (Modellieren, Tischlerei, Schnitzarbeiten) und Instrumentalunterricht waren das breitgefächerte Angebot der Schule.


Der Aufschwung des Theresianums war so gewaltig, dass man sogar die alte Favorita als zu klein empfand: so wurde 1910 der Plan einer Verlegung in einen Neubau in den Lainzer Tiergarten zur Errichtung des "größten College auf dem Kontinent" durch den Kaiser schon genehmigt, was nur durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhindert wurde!
 Zwei Drittel der Schüler erhielten Stiftsplätze.


Von den bedeutenden Schülern dieser Epoche seien erwähnt:
 die Ministerpräsidenten Richard Bienerth, Karl Hohenwart und Ernst Körber, die beiden Monarchen Alfons von Kastilien (späterer König Alfons XII. von Spanien), der spätere Khedive von Ägypten Abbas Hilmi Pascha. Weiters Karl Lueger als einer der ersten bürgerlichen Schüler (Sohn eines Schulwarts im Theresianum und dann Dieners an der Technischen Hochschule) aber auch Mitglieder der Familien Rasumovsky, Kielmansegg, Schönfeld, Esterhazy, Festetics, Szechényi, Mautner - Markhof, Mayer - Gunthof, Lauda, Limbeck - Lilienau, Reininghaus, Schlumberger, Schöller, Schrack, Thonet, Wertheim, Anton Biró, Alfons Freiherr von Handel-Mazzetti, Fritz Herzmanovsky - Orlando, Thaddäus Rittner, der spätere Kurator des Theresianum redivivum Paul Scapinelli Conte di Léguigno, Sigmund Ritter
 Exner, Gustav Winter (Direktor am Haus- Hof- und Staatsarchiv), Eugen Freiherr Philipowitsch von Philipsburg und ein weiterer Nationalökonom Josef Alois Schumpeter, 
Josef Jirecek (bulgarischer Unterrichtsminister und Professor für böhmische und slawische Geschichte), der berühmte Historiker Heinrich Richard von Srbik, der Physiker Friedrich
Hasenöhrl, der Theologe Johann Gabriel, der spätere Pionier der Röntgenologie Guido
Holzknecht, Alfred Merz, der Schriftsteller Dr. Egon Cäsar Conte Corti alle Catene; Bernhard
Paumgartner, Franz Ritter von Pawlowski (Künstlername Fred Hennings), Oskar Karlweis, Richard Graf Coudenhove - Kalergi (Paneuropa-Bewegung), der berühmte Chemiker Hermann Mark, der polnische Philosoph Kazimierz Twardowski u.v.a.

Theresianum Redivivum III

Der erste Weltkrieg, in dem viele Theresianisten gefallen sind, hätte beinahe wiederum zum  Ende der Theresianischen Akademie geführt:  Kurator Dr. Paul Freiherr GAUTSCH von FRANKENTHURN starb am 20. April 1918. Mit kaiserlichem Handschreiben vom 2. Mai 1918 wurde noch Ministerpräsident Dr. Ernst RITTER SEIDLER von FEUCHTENEGG zum Kurator ernannt.
 Die letzten Stiftsgüter Neutitschein und Dürnholz in Mähren waren verloren, ein Großteil der Schüler aus den Nachfolgestaaten fiel weg. Der neue Unterstaatssekretär für Unterricht der neu gegründeten Republik, Otto Glöckel, verfügte, dass der Kurator sein Amt niederzulegen hatte und die alleinige Leitung des Theresianums in die Hände des Ministeriums für Unterricht und des Rechnungshofes überging. Die Liquidierung schien nur mehr eine Frage der Zeit. 
Dem Grundgedanken der Schulreform Glöckels folgend wurde im Schuljahr 1922/23 am Theresianum der Schulversuch „deutsche Mittelschule“ geführt.

Am 19.7.1924 wurde mit Erlass des Bundeskanzleramts die Gründung der Vereinigung ehemaliger Theresianisten genehmigt. Sie ist bis heute ein wesentlicher Bestandteil des Theresianums, einerseits für die Pflege des Kontakts der Absolventen, andererseits als  ein wesentlicher Motor bei der Entwicklung des Theresianums: deren Präsident oder sein Vertreter (Kabinettsdirektor Dr. Alexander Toldt, Sektionschef Dr. Paul  Heiterer-Schaller, Akademiedirektor Dr. Boreslaus von Matlachowski, Generalkonsul Dr. Bernd Kamler, Dr. Georg Fürstenberg, DDr. Claudius Ratschew) waren und sind immer im Kuratorium sehr mit der Entwicklung des Theresianums verbundene Mitstreiter und unterstützen die Schule nicht nur durch die 1956 gegründete Maria Theresien-Stiftung. So auch 1925: nach den schweren wirtschaftlichen Belastungen durch Krieg und Nachkriegszeit, dem Verlust der großen Besitztümer in Niederösterreich, Böhmen, Mähren und Ungarn verlangte eine Abordnung dieser Vereinigung beim damaligen Bundeskanzler Dr. Ignaz SEIPEL die Wiedereinsetzung eines Kuratoriums.


Tatsächlich wurde mit Erlass des Bundesministeriums für Unterricht vom 24. August 1925 der Finanzminister a. D. und Präsident des Dorotheums, Dr. August SÉGUR, zum Kurator bestellt. Sein Stellvertreter wurde Sektionschef DR. HANS MAURUS.
Nachdem die Tschechoslowakische Regierung für die Stiftsgüter Neutitschein und Dürnholz 15 Millionen Tschechische Kronen erlegte, konnte dieser Betrag zum Erwerb der vom Dorotheum belehnten Güter Strechau und Süßenbrunn verwendet werden.
1926 wurde wiederum der Tradition entsprechend ein ungarischer Regierungskommissär für die damals noch immer zahlreichen ungarischen Schüler, die den ungarischen Unterricht in Sprache, Literatur und Geschichte erhielten, berufen.
Die Gymnasialdirektoren dieser Zeit in der Nachfolge des von 1910 bis 1927 im Amt befindlichen Regierungsrat Dr. Vinzenz Lekusch waren  Dr. Josef Hinterleitner (1927 bis 1937) und Alois Papla.


Von 1930 bis 1935 wurde Ministerpräsident a.D. Dr. Maximilian HUSSAREK-HEINLEIN Kurator. Er bemühte sich unter anderem durch Veräußerung des ehemaligen Gartens der Orientalischen Akademie an die „RAWAG“ 1935 die angegriffene wirtschaftliche Existenz der Stiftung zu sichern. Der Erlös aus der  Veräußerung des Stiftsgutes Zistersdorf ermöglichte nur den Neuanstrich der Fassade der Favoritenstraße! Nach seinem Tod wurde der Ministerialrat im Bundesministerium für Unterricht, Dr. Otto SKRBENSKY als "Bundeskommissär" berufen. Er konnte die finanzielle Konsolidierung fortführen.


Laut Jahresbericht 1936/37 stammen trotz Zerfalls der Monarchie die 450 Schüler aus 15 verschiedenen Staaten mit 10 unterschiedlichen Muttersprachen. Das Klima in den Klassen war trotz des unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergrunds der Mitschüler, die aus Ungarn, Polen, Böhmen, Rumänien, Albanien u.a. kamen und dem zeitlich nahen und nicht emotionsfreien Zerfall der Monarchie von Toleranz und Solidarität gezeichnet. Es wurde damals auch eine vierte Volksschulklasse als Vorbereitungsklasse geführt.

Max Perutz

Von den prominenten Pädagogen und Schülern dieser Epoche seien erwähnt:
Dr. Vinzenz Lekusch, Dr. Hrazkü, Dr. Miklautz (der sich sehr verdient um das Schülertheater machte), Prof. Papla und Dr. Josef Hinterleitner, Rektor Univ. Prof. Dr. Wilhelm Dantine
Von den Schülern seien zunächst jene beiden erwähnt, die ihr Eintreten für Österreich auf dem Schafott des dritten Reiches büßten: 
Hans-Georg Heintschel-Heinegg und Gerhard Fischer-Ledenice. Das Schicksal weiterer ehemaliger Theresianisten 1938 bis 1945 ist Thema einer eigens von der Vereinigung ehemaliger Theresianisten eingerichteten Projektguppe. Ergebnisse wurden 2014 präsentiert.


Berühmtheit erlangten weiters: der  Nobelpreisträger Max Perutz; der Kunsthistoriker Ernst Gombrich, Herbert Wolfrum, Erik Kühnelt-Leddhin, Paul Wittgenstein , der Zoologe und Meeresforscher Hans
Hass, Egon Seefehlner, Walter Davy, Wolf in der Maur, Johannes Eidlitz, Außenminister Erich Bielka-Karltreu, Univ.Prof. DDr. Kurt Schubert, der das Institut für Judaistik gründete und sich für die Wiedereröffnung der Wiener Universität nach dem Zweiten Weltkrieg sehr verdient gemacht hat.


Aber auch später prominente Schauspieler besuchten damals das Theresianum:
Egon Jordan, Viktor Gschmeidler, Hans Jaray, Paul Henreid und Hans Madin.


Weiters die Industriellen Reininghaus, Lauda, u.a. 

Vor 1938 waren von den rd. 430 Schülern ca. 90 bis 100 jüdische Schüler, von 31 Lehrern 3. Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland im Frühjahr 1938 floh ein Großteil in Schweizer Internate, was erhebliche finanzielle Probleme für das Theresianum verursachte.

Das Jahr 1938 stellt sowohl für Österreich als auch für das Theresianum eine schmerzliche Zäsur dar. Nach der Okkupation Österreichs durch das Deutsche Reich am 12. März war zunächst die Verstaatlichung der Stiftung „Theresianische Akademie“ samt ihren Gutsbetrieben beabsichtigt. 
Dazu kam es nicht, weil das Stiftungseigentum als Sondervermögen zur Bestreitung der Erhaltungsauslagen und allfälligen Um- und Neubaukosten für die mit Erlass des Reichs-Erziehungs-Ministeriums vom 30.8.1938 eröffnete Nationalpolitische Erziehungsanstalt (offiziell NPEA vulgo NAPOLA) erhalten bleiben musste. Dies erwies sich nach dem Krieg insofern als Glück, als die Stiftung nicht zum deutschen und später von den Besatzungsmächten verstaatlichten Eigentum gehörte.

Am 15.4.1938 trat zunächst Ministerialrat Dr. Josef Fohr als Staatskommissär der (wie alle damaligen Bundeserziehungsanstalten) in eine Staatserziehungsanstalt (STEA) umgewandelten Theresianischen Akademie seinen Dienst an. Ihm folgte ab Juli 1938 der Zentraldirektor der Staatserziehungsanstalten HR Dr. Alfred Watzke. Die letzten verbliebenen Lehrkräfte wurden Ende September 1938 außer Dienst gestellt. Im Herbst erfolgte dann schrittweise bis 1.4.1939 die Umwandlung in eine NAPEA.


1945 erfolgte die Besetzung des Gebäudes durch die sowjetische Armee und dann die Übertragung an die USIA. 


Zerstörte Fassade nach dem Krieg.

Theresianum Redivivum IV

Am 23.Juli 1946 wurde durch einen Ministerratsbeschluss das Kuratorium mit Ressortvertretern – wie heute – wieder eingesetzt. Zum Kurator wurde Senatspräsident a.D. Paul SCAPINELLI bestellt.
Er war damals 69 Jahre alt und hatte als ehemaliger Theresianist eine für diese Funktion prädestinierte Karriere hinter sich: Nach dem Ende der Monarchie baute er die seinerzeitigen Kadettenschulen in Bundeserziehungsanstalten um, deren Zentraldirektor er von 1919 bis 1926 war. Er hat das Konkordat des Jahres 1934 maßgeblich vorbereitet. Seine Tätigkeit als Senatspräsident des damaligen Bundesgerichtshofes (Vorgänger des heutigen Verwaltungsgerichtshofes) wurde von den Nationalsozialisten abrupt beendet. Auch als Gutsbesitzer hatte er die damals dringender denn je erforderlichen Erfahrungen in der Landwirtschaft gesammelt.
 Die 20 Jahre seiner nun folgenden Kuratortätigkeit sind durch seinen unerhörten persönlichen Einsatz, ja Kampf um die Wiederherstellung des Theresianums, sein typisch theresianisches Pflichtbewusstsein und seine Beharrlichkeit im unerschütterlichen Glauben an ein Theresianum Redivivum geprägt. Nicht nur das zerbombte und von den Russen besetzte Haus sondern auch die stark in Mitleidenschaft gezogenen Stiftsgüter Süßenbrunn und Strechau verlangten seinen vollsten Einsatz. Er schaffte es zunächst, diese zu sanieren, ja sogar im Jahre 1954 die noch seit 1937 bestehende Hypothekarschuld zu tilgen.

Zu einem Zeitpunkt, als eine Befreiung Österreichs von den Besatzungsmächten nicht absehbar war, wurde sogar überlegt, das Theresianum außerhalb der so schwierigen russischen Zone in das Schloss Cumberland in der Nähe von Gmunden zu verlegen.

Doch mit dem Abschluss des Staatsvertrages vom 15.5.1955 und der Übergabe der Liegenschaft an den Kurator am 20.9.1955 konnte er gemeinsam mit dem damaligen Verwaltungsdirektor Reg.Rat Dkfm. Petrus ernsthaft an dem Wiederaufbau arbeiten. Er musste sich auch gegen Pläne der Bundesgebäudeverwaltung durchsetzen, nur den historisch wichtigen Teil der Favorita zu erhalten, und zusätzlich einen Neubau im Park zur Abdeckung des zukünftigen Raumbedarfs der Schule zu errichten.

Im Ministerratsbeschluss vom 24.1.1956 betreffend die Wiedererrichtung der Theresianischen Akademie gab es neben Vorgaben hinsichtlich eines hohen Ausländeranteils und Auslandsaufenthalten der Schüler auch den Auftrag, dass Kinder mit Erziehungsnotstand bevorzugt aufgenommen und daß kein Kind aus dem Grunde der Bedürftigkeit von der Aufnahme ausgeschlossen sein soll. 

Der Wiederaufbau erfolgte in mehreren Etappen und war erst 1962 vollendet. 346 Räume, an Stelle der alten großen Schlafsäle für 14 bis 23 Zöglinge wurden Vierbettzimmer mit Waschraum, Putzraum und Toilettenanlagen sowie eine großzügige (30 Betten!) Krankenabteilung wurden nach den damals modernsten Gesichtspunkten saniert.

Die ersten Klassen konnten am 16.9.1957 eröffnet werden. Einer der 97 "Erstklassler" war der spätere Kurator Stephan Nagler.
Am 14.11.1957 fand die feierliche Eröffnung der Schule durch einen Festakt in Anwesenheit der Bundesminister Dr. Drimmel und Dr. Kamitz und zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens statt.

Das Bundesdenkmalamt hatte die künstlerische Instandsetzung der Kapelle samt Deckengemälden, die Wiederherstellung der Bibliothek, des Speisesaals (insbesondere der aus dem Anfang des 18. Jahrhundert stammenden gerahmten Porträtköpfe im Relief an den Wänden), der intarsierten Türen und diverser alter Gemälde sowie des historischen Mobiliars übernommen. Das barocke Stiegenhaus wurde durch die Freilegung und Neufassung der Reliefköpfe an den Wänden und die Restaurierung der reich geschnitzten Portalumrahmung in den Zustand von vor dem ersten Weltkrieg gebracht. Das Goldkabinett wurde 1958 restauriert. Die Sanierung der Bibliothek verteilte sich auf mehrere Jahre. 1960/61 konnten anstelle der alten Reithalle der neue (seit 1998 alte) Turnsaal, der Vortragssaal mit „Vollkino“ (heute Scapinellisaal) sowie die Schwimmhalle fertig gestellt werden. Die Kapelle (in der NAPOLA - Zeit Abstellraum für unbenützte Möbel, in der Russenzeit Gemüse- und Kartoffeldepot) wurde mit Unterstützung des Denkmalamtes restauriert und am 16. September 1957 neu geweiht. Im Jahre 1960 erhielt sie eine neue Orgel, die von der Salzburger Orgelbaufirma Dreher & Reinisch in das erweiterte historische Gehäuse (1852) eingebaut wurde. Dieses Projekt wurde hauptsächlich aus Spenden ehemaliger Theresianisten finanziert. 

Es gelang Scapinelli gemeinsam mit dem ersten Direktor des Theresianum redivivum, Dr. Roger Kerber, einen Sonderlehrplan mit Betonung des Fremdsprachenunterrichts, insbesondere Russisch ab der 6. Klasse, einzurichten.
Zwei Leitgedanken für das Theresianum gestützt auf die Vorgaben Maria Theresias wurden damals definiert:
"In diesem Haus gibt es nur zwei Arten von Protektion: Charakter und Leistung" sowie "Pflichterfüllung aus innerer Überzeugung"
In Konsequenz dieses Grundsatzes wurde daher erstmals eine neue Heimordnung  ("Was die Theresianische Akademie von Dir verlangt"), gestützt auf Pfadfindergrundsätzen, geschaffen.
Der Lehrkörper setzte sich aus besonders ausgewählten, hochqualifizierten 16 Professoren zusammen. Zum Erziehungsleiter wurde 1959 Prof. Dr. Josef Mourek ernannt. 

1961 wurde die Sanierung abgeschlossen: im ehemaligen, zerbombten Reitschultrakt wurden Festsaal, Turnsaal und Hallenbad untergebracht.
Im Schulgesetzwerk 1962 gelang es, den Sonderstatus des Theresianum (Sonderlehrplan, Übernahme des gesamten pädagogischen Personals durch den Bund) zu verankern.
1963 stammten noch 88 „Zöglinge“ von insgesamt 414 aus den Bundesländern, 18 aus dem Ausland.
Vor allem aber gab es damals noch 97 Stiftsplätze, davon 33 vom Bund bezahlte und 32 von der Maria Theresien-Stiftung.
Die erste Reifeprüfung fand 1963 statt.

Nach schwierigen Verhandlungen ab Februar 1960 schaffte es Kurator Scapinelli gemeinsam mit dem damaligen Außenminister Bruno Kreisky, die Diplomatische Akademie wieder „ins Haus“ zu verlegen. Der völlig zerbombte Konsulartrakt konnte schließlich bei einem Festakt in Anwesenheit des Herrn Bundespräsidenten Adolf Schärf 1964 eröffnet werden.

Ende 1966 trat der bereits 89jährige Paul SCAPINELLI von seinem Amt zurück.
Ab 1.1.1967 wurde Sektionschef Dr. Ludwig WOHLGEMUTH, der bereits seit 1961 Vertreter des Unterrichtsministeriums im Kuratorium war, als neuer Kurator eingesetzt.

Am 13.10.1967 wurde mit der 10-Jahres-Feier der Wiedereröffnung auch der 200-Jahr-Feier, die eigentlich 1946 hätte stattfinden müssen, bei einem Festakt im glänzenden Rahmen im Goldenen Saal des Musikvereins gedacht.
Zu dieser Zeit gab es noch Stipendien der Bundesministerien für Unterricht und Landesverteidigung, des Wohlfahrtsfonds für die Exekutive, der Maria Theresienstiftung,
der Kirchberg´schen Stiftung, der Bundesländer Burgenland, Oberösterreich, Tirol und Wien,
der Fürst Liechtenstein´schen- und Savoyen-Lichtenstein´schen Stiftung, des Souveränen Malteser Ritterordens, des Bankhauses Schoeller und des Lions Club Wien. Rund 25 % erhielten finanzielle Unterstützungen.

10 Jahre Theresianum Redivivum waren auch Anlass für diverse Evaluierungen:
Herkunft der Schüler:
Unselbständig Erwerbstätige (rd. 25 %) und freie Berufe (je rd. 8 % Unternehmer, Kaufleute und Architekten u.ä.) fast gleichstark 
öffentliche Bedienstete etwas weniger (8 - 9 %  von Nichtakademikern, 4 %  von Akademikern) 
Selbständig Wirtschaftstreibende rd. 20 %
am stärksten vertretene geschlossene Berufsgruppe: rd 10 % Ärzte, 6% der Schülerväter standen im diplomatischen Dienst, 8% Lehrerkinder, 3-4 % von Rechtsanwälten; 3-4 % hatten Handwerker, Kleingewerbetreibende und Bauern sowie Rentner und Pensionisten als Väter.

Rund 70 % der Eltern haben ihren Wohnsitz in Wien. 11% hatten keine österreichische Staatsbürgerschaft, 10 % eine andere Muttersprache als Deutsch. 
Über 470 Schüler, davon 221 Vollinterne, besuchten zu dieser Zeit die Schule. Die Anzahl der Vollinternen ging aber in den folgenden Jahren wegen des Ausbaues des Schulorganisationsgesetzes in den Bundesländern stetig bis auf heute rund 100 zurück.

Rund 5% der Schüler waren Halb-oder Vollwaise.
Die Zahl der Aufnahmswerber war um 80 bis 100% größer als die vorhandenen Plätze.
65 Professoren und Erzieher unterrichteten damals im Theresianum.

Am 31.12.1968 trat Hofrat Dr. Roger Kerber in den Ruhestand, neuer Direktor wurde Dr. Johann Hanich.
Anfang November 1975 wurde Dr. Alfred Weissgärber zum Direktor des Gymnasiums ernannt.
1977 erfolgte die Neuausfertigung des Stiftsbriefes in heute gebräuchlicher Sprache.
1978 wurde Prof. Mag. Fritz Rohrer zum Erziehungsleiter ernannt.
Der Verwaltungsdirektor Dkfm. Petrus wurde 1982-2007 durch Gottfried Wallner ersetzt.

In der Ära Weissgärber begann die Intensivierung der Auslandsprogramme.

Am 9.12.1982 folgte der Wechsel von Kurator Sektionschef Dr. Ludwig Wohlgemuth zu Kurator Botschafter Dr. Heinrich HAYMERLE, ein Theresianist des Maturajahrganges 1928. Er war in den Zeiten der Staatsvertragsverhandlungen österreichischer Botschafter in Moskau gewesen.

Am 27. Juli 1988 fand in einer erweiterten Kuratoriumssitzung unter Anwesenheit der Unterrichtsministerin Dr. Hawlicek die feierliche Verabschiedung von Kurator Haymerle statt. Zu seinem Nachfolger wurde Sektionschef Mag. Leo LEITNER ernannt. Er war einer der führenden Persönlichkeiten des Unterrichtsministeriums, der die Wichtigkeit der internationalen Kontakte erkannt hat. 
Im Schuljahr 1988/89 begannen auch weibliche Lehrkräfte am Theresianum zu unterrichten.

Durch wiederholtes Drängen von Kuratoriumsmitgliedern und Teilen des Lehrkörpers, durch eine lange Liste von Interessentinnen, aber auch durch die sinkende Schüler- und Klassenzahl entsprechend der demografischen Entwicklung wurde ab dem Schuljahr 1989/90 die Koedukation eingeführt (1933 schon in Diskussion, aber vom Kuratorium abgelehnt!).

Gleichzeitig entwickelt sich im Vollinternat die bis heute bestehende Kooperation mit dem Lycée Francais. So enstanden die ersten vollinternen Mädchenkameraten.
Dies führte nicht nur zu einer beträchtlichen Erweiterung des Theresianums hinsichtlich der Zahl von Schülerinnen und Lehrerinnen, sondern vor allem zu einer Bereicherung des Schulalltags bei sämtlichen Aktivitäten. Verbunden war das allerdings auch mit nicht nur großen Investitionen, sondern vor allem mit der erforderlichen Umstellung mancher Gewohnheiten auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Mädchen, wie beispielsweise in der Verpflegung und im Umgang miteinander.

Es wurden daher die bereits unter Kurator Haymerle begonnenen Arbeiten am Konzept „Theresianum 2000“ intensiviert. 
Am 31.3.1992 trat Hofrat Dr. Weissgärber in den Ruhestand. Am 1. April 1993 trat die erste Direktorin in der Geschichte des Theresianums, Dr. Waltraud Hauschka, ihren Dienst an. Nun begann in den Folgejahren ein beträchtlicher Anstieg der Zahl der Schülerinnen und Schüler um 40% auf heute etwas über 800 und 34 Klassen sowie der internationalen Kontakte. Auch im pädagogischen Angebot fand ein gründlicher Modernisierungsprozess statt.

Schwimmhalle Turnhalle

Nach dem Dachbodenausbau für das Bubeninternat, der Verlegung und Neuunterbringung der Krankenabteilung, der Einrichtung einer modernen Schulbibliothek (nun DDr. Kurt Schubert-Bibliothek), der Generalsanierung des Naturwissenschaftlichen Bereichs und 1994 der Erweiterung der Speisesaalkapazitäten durch Errichtung eines Pavillons wurde mit Unterstützung des Unterrichtsministeriums die Sporthalle 1997 errichtet. Das Hallenbad wurde saniert und die neue Evangelische Kapelle in einem Trakt untergebracht, der zunächst die Raumnot in den Stammklassen mildern sollte. Der Endausbau dieses Traktes scheiterte allerdings an den Voraussetzungen für die Fälligkeit der zweiten Rate aus einem Kaufvertrag mit der Stadt Wien betreffend Liegenschaften in Süßenbrunn. Die erforderliche Umwidmung ist bis heute nicht erfolgt.

Jugendgästehaus Strechau

Auf dem theresianischen Gut Strechau wurde nach Veräußerung der für die Stiftung entbehrlichen und sanierungsbedürftigen Burg ein Jugendgästehaus errichtet, das für Schullandwochen, Ferienlager, der sehr erfolgreichen Berufsinformationswoche (1 Woche schnuppern in diversen Berufen), Projekttage, aber auch Seminarveranstaltungen Quartier und Standort außerhalb der Großstadt anbietet. 

Besonders öffentlichkeitswirksam waren die Veranstaltungen im Rahmen des 250jährigen Jubliäums des Theresianums im Jahr 1996 (Spectaculum vor der Alten Universität, Ausstellung und Festakt). Auch bei diesem Festakt hielten im Sinne der theresianischen Tradition Schüler und Schülerinnen Vorträge in unterschiedlichen Sprachen.
Am 1.10.1999 löste Min.Rat Dr. Stephan NAGLER, ein Theresianist des ersten Jahrganges 1957 und zu dieser Zeit Leiter der Budgetabteilung des Unterrichtsministeriums, Kurator Sektionschef Mag Leitner ab. Er brachte die für den Kurator des Theresianums erforderlichen Erfahrungen und Kenntnisse im Bereich der Schulerhaltung im Unterrichtsministerium im Schulbau und der Schulbaufinanzierung mit, war Mitbegründer und Vorsitzender der Österreichischen Schule Prag, dann auch der Österreichischen Schule Budapest und zuständig für die Österreichischen Schulen im Ausland, Delegationsleiter Österreichs bei den Europäischen Schulen. Sein Bestreben war vorerst die wirtschaftliche, räumliche und rechtliche Konsolidierung der Stiftung (Klärung der Arbeitsverhältnisse des Nichtlehrerpersonals durch Abschluss einer Betriebsvereinbarung, Ausbildungsvertrag u.a.)  sowie die Förderung bestmöglicher Harmonie bei der Zusammenarbeit aller Schulpartner mit der Stiftung als Schulerhalter (in vielen Ausschüssen und Arbeitsgruppen, die z. B. mit Kostenbeteiligung der Eltern die Ausgestaltung sämtlicher Unterrichtsräume zu Medienklassen ab 2002 bewirkte). Es erfolgte  die unter Kurator Leitner geplante Übersiedlung des gesamten Bereiches der Schulverwaltung und der Lehrerarbeitsräume in den Bereich des oberen Stöckls.
2000 fand die Generalversammlung des "Model of European Parliament" im Theresianum mit 200 Schülern aus 15 EU-Ländern statt.
2000 wurde das bis heute sehr erfolgreiche Projekt "business@school" in Zusammenarbeit mit Boston Consulting begonnen.
2002 ging Erziehungsleiter Rohrer in Pension. Neuer Erziehungsleiter wurde Professor Mag. Martin Helbich.
2005 wurde in den ersten Klassen die 5-Tagewoche eingeführt, 2006 für die gesamte Unterstufe, 2010 auch für die 5. Klassen und 2013/14 für die ganze Schule.
2007 wurde 50 Jahre Theresianum Redivivum mit einer hervorragenden Ausstellung und
zwei Festakten gefeiert. 
2007 gab es auch einen Wechsel in der Funktion des Verwaltungsdirektors: nach der Pensionierung von Herrn Gottfried Wallner wurde Herr Mag. Martin Lochmann ernannt.
 Die nun eintretende wirtschaftliche Konsolidierung ermöglichte zahlreiche Investitionen, um das Theresianum zu einer der modernsten und besten Erziehungseinrichtungen Österreichs zu machen:

Auch im pädagogischen Angebot fand ein gründlicher Modernisierungsprozess statt.
Nach dem Dachbodenausbau für das Bubeninternat, der Verlegung und Neuunterbringung der Krankenabteilung, der Einrichtung einer modernen Schulbibliothek (nun DDr. Kurt Schubert-Bibliothek), der Generalsanierung des Naturwissenschaftlichen Bereichs und 1994 der Erweiterung der Speisesaalkapazitäten durch Errichtung eines Pavillons wurde mit Unterstützung des Unterrichtsministeriums die Sporthalle 1997 errichtet. Das Hallenbad wurde saniert und die Evangelische Kapelle neu in einem Trakt untergebracht, der zunächst die Raumnot in den Stammklassen mildern sollte. Der Endausbau dieses Traktes scheiterte allerdings an den Voraussetzungen für die Fälligkeit der zweiten Rate aus einem Kaufvertrag mit der Stadt Wien betreffend Liegenschaften in Süßenbrunn. Die erforderliche Umwidmung ist bis heute nicht erfolgt.
Auf dem theresianischen Gut Strechau wurde nach Veräußerung der für die Stiftung entbehrlichen und sanierungsbedüftigen Burg ein Jugendgästehaus errichtet, das für Schullandwochen, Ferienlager, der sehr erfolgreichen Berufsinformationswoche (1 Woche schnuppern in diversen Berufen), Projekttage, aber auch Seminarveranstaltungen Quartier und Standort außerhalb der Großstadt anbietet.

Speisesaal Internatszimmer
  • der Verpflegungsbereich wurde räumlich (Sanierung der Küche und der Speisesäle 2003 zugleich mit der Umstellung auf Selbstbedienung) wie personell (neuer Küchenchef) neu geordnet

  • das Stiftsgut Strechau wurde umorganisiert und beginnt wieder Erlöse für die Bildungseinrichtungen in Wien statutengemäß abzuliefern

  • die dringend erforderliche Fassaden- und Fenstersanierung konnte beginnen

  • vordringliche Sanierungsmaßnahmen zum Brandschutz und zur Behindertengerechtigkeit

  • auf Grundlage eines mit allen Beteiligten akkordierten "Raum-und Funktionsplanes Theresianum 2009 ff" konnte eine etappenweise Sanierung der Unterrichtsräume in Angriff genommen werden.

  • ebenso etappenweise wurde das Vollinternat für Mädchen und Burschen zu den modernsten Internatsräumlichkeiten Österreichs mit Sanitärgruppe und Studiermöglichkeiten in den Zimmern saniert.

2008 erfolgte die Ausweitung des Stiftsbriefes, ganz im Sinne Maria Theresias, auf den Stiftungszweck die Führung von Bildungseinrichtungen.
Im Gut Süßenbrunn konnte das für Stiftungszwecke entbehrliche und sanierungsbedürftige Schloß veräußert werden.

Ab September 2011 werden schließlich die Volksschule im Theresianum (V.i.T.) unter der Leitung von Frau OSR Eleonore Pollak sowie der Kindergarten im Theresianum (K.i.T.) unter der Leitung von Frau Ruth Odehnal eröffnet.

Weitere Lehrerpersönlichkeiten im Theresianum Redivivum (mit Ausstrahlung über das Theresianum hinaus):
 Dr. Hans Hajek, Dr. Kurt Javorek, der Komponist und spätere Hochschulprofessor Heinz Kratochwil, die annerkannten Musiker HR Mag.Friedrich Lesky und Univ.Prof. Dr.Karl Schütz, Ministerialrat Mag. Robert Mader, der nach der Aufbauzeit des Theresianums zum obersten Sportmanager Österreichs in den 70-er Jahren wurde; Dr. Franz Richter - ein Chemieprofessor, der nicht nur ein Polihistor, sondern auch Präsident des Österreichischen Pen Clubs war; Univ.Prof. Dr. Rudolf Taschner (Begründer von mathspace und Wissenschaftler des Jahres 2004), 
Theresianisten mit politischer Karriere aus dieser Zeit:
Bundesminister und NR-Präsident Dr. Werner Fasslabend, Bundesminister und EU-Kommissar Dr. Gio Hahn, Staatssekretär und der aktuelle Direktor der Diplomatischen Akademie Botschafter Dr. Hans Winkler; der ehemalige griechische Außenminister Dimitris Droutsas.
Das soll allerdings nicht die zahlreichen Absolventen in Spitzenpositionen in Diplomatie, Verwaltung, Medizin und Wirtschaft (beispielsweise Dr. Norman-Audenhove, Univ. Prof. Dr. Josef Azizi, Dr. Harald Wögerbauer, der „Kleinanlegervertreter Dr. Wilhelm Rasinger,  die Mediziner Dr. Salem, Dr. Tappeiner und Dr. Husslein) unerwähnt lassen. Auch die Absolventinnen haben zwar noch keine politischen Spitzenpositionen, aber bereits bedeutende Positionen in Wissenschaft und in der Wirtschaft erreicht! 
Einige öffentlichkeitswirksame Theresianisten seien noch abschließend (Stichtag März 2011) erwähnt: der Schriftsteller Hans Raimund, die Schauspieler Alexander Wächter, Boris Eder,  Georg Staudacher, Dr. Martin Schuppich, Heinrich Walcher, die Regisseure  Alfred  Schleppnik und Philipp Harnoncourt sowie der zweifache Oscarpreisträger Christoph Waltz und der Komponist und langjährige Intendant des Carinthischen Sommers, Dr. Thomas Daniel Schlee.

Nach nahezu 20 Jahren ging Frau Hofrat Dr. Hauschka am 31.12.2012 in Pension. Erstmals in der Geschichte des Theresianums suchte sich das Kuratorium den zukünftigen Schulleiter selbst aus! 

Nach einer öffentlichen Ausschreibung setzte das Kuratorium ein 18-köpfiges Beratungsgremium ein, zusammengesetzt aus Vertretern aller Schulpartner, des Kuratoriums, der Schule, dem Präsidenten der Vereinigung ehemaliger Theresianisten und der Maria Theresien Stiftung, dem Landesschulinspektor, dem Verwaltungsdirektor, dem Akademiedirektor und Experten. In fünf Sitzungen konnten alle Beratungen und Hearings abgeschlossen werden. Dadurch war das Kuratorium in der Lage, in seiner Sitzung am 23. April 2012 einstimmig den erst 49jährigen Herrn Mag. Andreas Schatzl zum neuen Leiter des Gymnasiums zu bestellen. Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied nahm persönlich die Amtseinführung am 8. Jänner 2013 vor. Ein reibungsloser Übergang ohne Sedisvakanz und mit ausreichender Zeit für den neuen Schulleiter, sich in die neue Aufgabe einzuarbeiten, war geschafft !

Kurator Dr. Nagler, am 30.3.2013

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1) Auszugsweise übernommen aus Guglia/Taschner/Kröll "Das Theresianum in Wien" Böhlau Verlag 1996 bzw. J.Schwarz: "Die kaiserliche Sommerresidenz Favorita auf der Wieden in Wien 1615 bis 1746 - Wien,Tempsky 1898 und Erich Schlöss "Baugeschichte des Theresiaums in Wien" Böhlau Verlag 1998.


Viele Informationen über Absolventen finden sich im Album der Theresianischen Akademie, herausgegeben von der Vereinigung ehemaliger Theresianisten sowie in den Jahresberichten des Gymnasiums der Theresianischen Akademie, insbesonders 1889/90 von Prof. J. Schwarz "Geschichte der k.k.Theresianischen Akademie von ihrer Gründung bis 1865"
 1980 "Das Theresianum - Werden und Wandlungen in drei Jahrhunderten" von Prof. Dr. Ludwig Igáli-Igálffy
, Festschriften 10 Jahre Theresianum Redivivum 1967 und 50 Jahre Redivivum 2007.